Wie gut, dass eine große Supermarktkette in Deutschland diese DVD neulich zum Schleuderpreis verkaufte – ganz verstehen tue ich zwar nicht, dass die Nachfrage nach der DVD wohl eher gering ist (warum sonst konnten die DVDs so günstig weiterverkauft werden?). Wie dem auch sei: Ich habe davon jedenfalls profitiert.

Wie bei allen Harry-Potter-Filmen muss ich natürlich auch hier bemängeln, dass die Kürze des Filmes (trotz Überlänge) eine Menge Streichungen von wichtigen oder amüsanten oder Figuren charakterisierenden Handlungssträngen nicht nur wegfielen, sondern auch zu kleinen Fälschungen gegenüber dem Buch führten. Klar berührte mich das wieder unangenehm. Kann ja sein, dass ich mittlerweile abgestumpft bin was dies angeht – wie dem auch sei, bei diesem Film hat es mich am wenigsten gestört. Ich fand, dieser Film war der Gelungendste von allen, und das, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand die Handlung wirklich verstehen konnte, wenn er das Buch nicht kannte. Aber egal, da ich es ja vorher gelesen habe (und an die literarische Vorlage kann eh nichts herankommen).

Mich haben vor allem einige der schauspielerischen Leistungen beeindruckt: Emma Watson als Hermine ist einfach klasse – übrigens ist sie mittlerweile zu meiner Lieblingsfigur geworden, weil sie so ein gradliniger, gnadenlos verbindlicher Mensch ist (das ist mir beim Schauen des 5. Filmes aufgegangen). Dann Imelda Staunton als Miss Umbridge – wirklich ganz toll gespielt (auch wenn sie nicht über dieses Krötengesicht verfügt). Helena Bonham Carter hat als Bellatrix Lestrange zwar wirklich nur einen sehr kleinen Auftritt, aber der ist unglaublich energiegeladen. Da kann man sich auf die nächsten Teile freuen, vor allem auf den siebten, in dem Bellatrix ja eine sehr große Rolle haben wird.
Vielleicht ist aber einer der Höhepunkte des eher spröden fünften Bandes die Figur Luna Lovegood (gespielt von Evanna Lynch), diese herrlich sogar für Hexenkreise esoterische Hexe. Sie ist ein Gewinn im Buch und im Film.

Was ich am fünften Band sonst noch so schätzte, waren die geschilderten Animositäten der Pubertierenden. Davon war leider fast nichts übrig. Auch die kleine Liebe zwischen Harry Potter und Cho Chang blieb weitgehend auf der Strecke in dem Film.
Schade. Aber wie soll denn auch so eine Literaturverfilmung funktionieren??? Kann doch gar nicht.
Und dafür habe ich mich mal wieder glänzend unterhalten gefühlt.

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