Es war bestimmt sehr freundlich gedacht, am Sonntag vor Rosenmontag ein Kinderkonzert aufzuführen, und passenderweise natürlich ‘Karneval der Tiere’ von Sains-Saëns. Warum man sich allerdings für eine Orgelfassung entschloss, als für ein großes Orchester? Mögen es die schnöden finanziellen Gründe gewesen sein, eine Schmalspur-Version zu Gehör zu bringen, oder sollte das besonders kindgerecht sein? Ich jedenfalls hatte mir darüber erstmal keine Gedanken gemacht, was sich als schwerer Fehler herausstellte.

Erstmal wurde natürlich auf die Kostüme der Kinder eingegangen, die zahlreich und mehr oder minder aufgeregt in ihren Kostümen auf der Bühne versammelt waren, dann wurde die Orgel als Instrument aufgeführt und erklärt, wie sie funktioniert, was meinen Sohn auch aufrichtig interessierte. Schließlich wurden noch ein paar Themen angespielt, in denen einige Tiere, die Saint-Saëns in seinem Stück vorstellte, besonders deutlich erkennbar waren. Und dann hätte es eigentlich schon zuende sein können.

Das klingt jetzt etwas fies, aber nach dieser halben Stunde oder so zog sich ein Leistungstief durch den Saal. Die Kinder waren eigentlich schon müde und überhaupt sehr ange- und aufgeregt wegen ihrer eigenen Kostüme.
Und warum fand ich die Orgel eigentlich so gedämpft und quakig?

Nun sollte es aber erst richtig losgehen mit dem Stück. Loriots Text wurde vorgetragen, und er fiel weit hinter das zurück, was Michael Quast auf der Musik-CD, die wir uns vorher angehört haben, brachte. Oder vielleicht kann es Herr von Bülow einfach auch besser rezitieren? Keine Ahnung. Ist auch nicht wichtig. Das Wichtigste sollte ja eigentlich die Musik sein, oder? Ich meine, deshalb bin ich ja mit meinem Sohn angereist.

Und dann das. Es war vielleicht nicht nur die Orgelfassung, die ja nun mal niemals ein ganzes Orchester ersetzen könnte. Aber wie sie gespielt wurde, war schlimm. Das ganze Stück war sozusagen klinisch befreit von jedem Witz und Verve.
Ich hatte also genug Muße, mich im Saal umzusehen. Viele Kinder liefen herum, waren mit sich und ihren Kostümen beschäftigt, hörten aber auf gar keinen Fall zu.

Und ich habe es probiert. Habe auch meinen Sohn immer wieder aufgefordert, sich für das Konzert zu interessieren, konnte ihm aber nicht verdenken, dass er vor Langerweile einging. Als echter Fischkopp hatte er fürs Verkleiden nichts übrig, aber das musste er ja auch nicht. Ab irgendeinem Zeitpunkt habe ich dann auch nicht mehr versucht, dem Konzert irgend etwas abzugewinnen, es war nämlich schlicht und ergreifend grottenschlecht. Langweilig und ohne Esprit.

Das Schlimmste ist, dass ich meinen Sohn sicherlich auf Jahre nicht mehr in ein Konzert bekomme. Und dafür bedanke ich mich. Diese Kinderkonzerte werde ich nicht weiter verfolgen. Schade, und hoffentlich hat es wenigstens keinen angerichtet, ich fürchte aber, doch.

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