Es ist vielleicht nur eine kleine Ausstellung, aber mit großartigen Gemälden und Skizzen eines großen Künstlers!

Mich hat die Farbigkeit der Gemälde sehr angesprochen, die Farbwahl spricht eine deutliche Sprache: Hier ist nichts gebremst oder zurückgehalten, und mit der realen Farbigkeit hat sie gleichwohl nichts zu tun. Ein ganz neuer Rhythmus entsteht  in jedem einzelnen Werk, und vielleicht hat dieser Rhythmus, nach dem das Gemälde tickt, ja auch etwas mit der Persönlichkeit zu tun, die hier als Modell fungierte? Auch die Zeichnungen haben ihren ganz eigenen Reiz durch die absolute Einfachheit und den sicheren Sitz eines jeden Striches, das ist faszinierend. Die Bilder sprechen eine Zeichensprache, in der nur das Wesentliche festgehalten wird, während alles andere gar nicht erst zu Wort kommt.

Interessant fand ich auch den uralten Film, in dem Matisse beim Zeichnen gezeigt wird: in Zeitlupe wird gezeigt, wie der Pinsel seinen Weg aufs Papier ’sucht’; erst wird knapp vor der Leinwand versucht, den wahren Strich zu finden, bevor er dann gesetzt wird, dann aber perfekt!
Auch schön war der Entstehungsprozess eines Gemäldes festgehalten, das in seinem Ablauf eine komplette Veränderung sowohl des Bildaufbaus als auch des Themas (bei immer dem selben Motiv) erfuhr. Es ist so, als ob das Bild sich den Weg gesucht hat, um zu entstehen…

Ich bin ziemlich froh, dass ich die Ausstellung noch besuchen konnte, denn leider endet sie schon bald.

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