Der Sonntag war verregnet, und wir hatten einen Durchhänger. Und auf meine Frage, was wir denn heute machen wollten, kam meinem Sohn die rettende Idee: ‘Wir könnten ins Kino gehen!’ Und das war ein wirklich guter Einfall, weil auch ein wirklich guter Film lief, wie sich dann herausstellte.

Willi Weitzel reist um die Welt, auf der Suche nach Abenteuern und eben besagter Wunder. Und findet sie: In Australiens Regenwald bei den Ameisen und Flughunden, in Kanada bei den Eisbären, in Tokio im U-Bahnhof und anderswo, und in der Wüste auf dem Motorrad. Es sind kleine Geschichten, die aber unglaublich sympathisch daherkommen, und die einfach Spaß machen. Egal, ob er sich von seiner uralten Nachbarin Frau Klinger auf den Geschmack bringen lässt, die Wüste zu besuchen, ob ihm ein Flughund das Bein hochklettert, oder er irgendwo in Tokio, verlorengegangen, seinem einzigen Zufallsbekannten begegnet und ihm sogleich erleichtert um den Hals fällt, alles ist irgendwie total nett. Die Leute, die mit ihm vor der Kamera stehen, wirken wie er authentisch. Klar ist der Film inszeniert, aber die Stimmung, die zwischen den Akteuren herrscht, ist es nicht, oder doch nicht weiter spürbar.

Ich habe es Willi sofort geglaubt, dass er in Kanada total glücklich war, einem Eisbär (der allerdings betäubt war, anders geht es ja nicht) übers Fell fahren zu können. Genauso schön war seine Freude über den kleinen Flughund, den er zu einem Flughundkrankenhaus brachte, um ihn wieder aufzupäppeln, oder sein Staunen über die Baukünste der australischen Ameisen. Der Film ist nicht nur witzig und auch spannend und vielleicht ein klitzekleines bisschen lehrreich, er ist vor allem atmosphärisch dicht.

Besonders schön waren die Szenen mit Michael Martin beim Durchqueren der Wüste mit einem Motorrad; wie gesagt, der Film zeichnet sich durch die schön gezeichneten zwischenmenschlichen Begegnungen aus.

Ja, es war ein durchweg sympathischer Film, natürlich für das Zielpublikum Kind. Und mein Sohn fand den Film ebenso spannend und mitreißend wie wir. Es war die beste Idee für diesen Sonntag gewesen. Und wenn wir mal irgendwann (wieder) einen Fernseher haben werden, ist schon klar, welche Sendung sich unser Sohn anschauen wird: Willi will’s wissen!

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