Es fiel mir in die Hände, als ich nach Lektüre stöberte. Es wurde uns geliehen von unserer Schwägerin, vor etwa gefühlten 150 Jahren… und nun endlich sollte es mal wieder zu Ehren kommen, dies kleine Büchlein über die Zeit.

Hintergrund ist, dass Alan Lightman, hauptberuflich Physiker, Einstein träumen lässt im Jahre 1905, in dem Einstein einige grundlegende Werke veröffentlichte, u.a. auch seine berühmte Formel E = mc²  (diese allerdings im September 1905, während das Tagebuch (bzw. Traumtagebuch) im Zeitraum vom 14.4. bis 28.6.1905 datiert ist. Die Wahl dieses ‚Annus mirabilis’, wie es bei Wikipedia in Bezug auf Einstein genannt wird, ist mit Sicherheit alles andere als ein Zufall. Aber – egal. Ich bin in Physik nicht besonders bewandert (habe es allerdings mal ein halbes Semester studiert, bis ich gar keinen Schnall mehr hatte :-) ) und habe dies eben nur kurz recherchiert. Tja, und egal, weil man dieses Buch auch ohne diesen sehr reizvollen physikalisch-historischen Kontext aufs Beste goutieren kann! Jemand, der sich noch mit Einstein auskennt, würde wahrscheinlich noch mehr aus diesem Büchlein ziehen, aber ich war auch so schon sehr beeindruckt von der Phantasie des Autors, der eine Reihe sehr unterschiedlicher und phantasievoller Welten entwickelt, in denen die Zeit nicht so abläuft, wie wir sie kennen (- oder zu kennen meinen und trotzdem nichts davon verstehen). Und das alles ist in eine ganz wunderbare Sprache gepackt, poetisch, nicht nur im Gehalt, sondern auch im Ausdruck. Oh ja, ich hatte große Freude an dem Buch, und selbst mein achtjähriger Sohn verlangte des Öfteren, dass ich ihm daraus vorlese.

Ein feines Buch, ein schönes Buch. Schade, ich hatte es schnell durch. Aber andererseits: Was heißt eigentlich schnell? Schließlich ist auch das doch relativ.

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