‚Geisterfjord’ – Islandthriller von Yrsa Sigurdardottir
27. Dezember 2011
Also ich hatte mal so richtig Lust auf so einen richtigen Schmöker, der einfach Spaß macht, bei dem es einen schaurig den Rücken runterläuft, und den man am liebsten erst aus der Hand legt, wenn man ihn durch hat. Und dies hier war genau so ein Thriller. Schatz sagt zwar, das Buch sei längst nicht so gut geschrieben, wie andere Bücher der Autorin (sie schreibt wohl sonst Krimis, aber Krimis lese ich ja nach Möglichkeit nicht, da ich das Genre nun mal nicht mag.
Dieser Roman war für mich auch deswegen so spannend und reizvoll, weil ich die Spielorte des Buches kenne. Der Roman spielt überwiegend in den Westfjorden Islands, der eine Strang spielt in Isafjördur, einer kleinen Stadt, die sich recht idyllisch um einen Fjord herumschmiegt, und der andere Strang spielt in Hesteyri, das ist ein Ort in den Westfjorden, an dem seit über 50 Jahren niemand mehr dauerhaft lebt. Die noch vorhandenen Häuser sind sämtlich in Privatbesitz und werden im Sommer von den isländischen Besitzern als Sommerdomizil genutzt. Es gibt auch noch einige Isländer, die ihre Kindheit und Jugend hier verbracht haben und zum Teil auch zwangsumgepflanzt wurden. Im Sommer gibt es eine feine, einfache Herberge, bestens für Wanderer ausgestattet, die sich ansonsten durch die unberührte Natur bewegen und normalerweise mit Zelt unterwegs sind. In diesem Arzthaus haben wir letztes Jahr einige Nächte verbracht, haben insofern die Atmosphäre Hesteyris geatmet und die Einsamkeit und Stille sehr genossen. Nur ein Schiff verbindet Hesteyri für Juli und August mit dem Festland.
An diesem Ort also versuchen drei Städter – zwei Frauen und ein Mann – die dort ein altes Haus gekauft haben, das selbe zu renovieren, um dort eine weitere Herberge zu eröffnen (was für ein idiotischer Plan, aber gut…). Bei diesem Aufenthalt werden sie von gruseligen Begegnungen heimgesucht, die ihnen schwer zusetzen. Doch der Kapitän des Schiffes würde erst eine Woche später wiederkommen, es sei denn, sie rufen ihn (per Handy) an… Aber was tun, wenn sich sämtliche Handys selbstständig entladen haben es aber kein Strom gibt, m sie wieder aufzuladen? Das ist schon der rechte Stoff zum Gruseln… Der andere Strang erzählt von den Nöten eines Arztes, der aus Reykjavík in die Provinz geflüchtet ist, um den Verlust seines sechsjährigen Sohnes und die Trennung von seiner labilen Frau zu verarbeiten. Und dann geschehen auch ihm merkwürdige Dinge, und wenn sonst nur seine Frau im Traum die Stimme ihres Sohnes vernommen hatte, hat nun er auch so ganz merkwürdige Erscheinungen, die ihn an seinen Verstand zweifeln lassen…
Wie nun die Dinge miteinander zusammenhängen, werde ich bestimmt nicht verraten…
Ich fand das Buch spitze, auch wenn es ‚schlecht geschrieben’ sein soll – ich habe an einen Thriller allerdings eh keine besonderen Ansprüche, und fand das eigentlich auch gar nicht. Der Stil war vielmehr dem Stoff angemessen, fand ich. Mich hat das Buch prächtig amüsiert und gegruselt, wie gesagt um so mehr, als dass ich die Kulissen selbst gesehen habe. Hier könnt Ihr wenigstens virtuell mal spicken : http://www.hesteyri.net/index.asp