‘Der gestiefelte Kater’ – Film von Chris Miller
1. Januar 2012
Der gestiefelte Kater. Ist ja eigentlich aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Hier wirkt er sich zwar namensgebend aus, aber mit dem Märchen hat weder der Kater noch die Geschichte etwas zu tun. Nur die Figur kommt frech und frei und spanisch-machohaft daher – neben einem Ei. Es ist das Ei Humpty Dumpty, das in dem englischen Kinderreim ja von der Mauer gefallen ist und dann selbst vom König nicht mehr zusammenzusetzen war. Beide – vor allem das Ei – träumen den Traum von den Zauberbohnen, die ebenfalls auf ein englisches Märchen zurückgehen („Jack und die Zauberbohnen“). Dann nehme man noch eine krallenlose Katze, ein Waisenhaus, eine Gans, die goldene Eier legt samt Riesenmutter, das Gangsterpaar Jack und Jill (ob die eine märchenhafte Vorlage haben, habe ich nicht herausbekommen), ein wenig Flamenco, einige weitere Kätzchen und ein Schüsselchen frische Milch. Man würze diese Zutaten mit einer Unmenge an Phantasie – und schon haben wir den Salat: ein Märchen mit einer hanebüchenen Geschichte, aber viel Komik, ist entstanden! Wenn man all dies nicht allzu ernst nimmt – und das ist mit Sicherheit die richtige Herangehensweise, um diesen Film zu genießen – kann man eine Menge Spaß haben. Es ist auch witzig, wie aus dem Macho-Kater im nächsten Moment ein überaus verspieltes Kätzchen wird, das einen Lichtpunkt erhaschen will…
Also, das macht Spaß. Nur sollte man sich nicht auf die Suche nach Hand und Fuß begeben. Dann könnte man nämlich den leisen Verdacht bekommen, dass es in diesem Film so etwas eigentlich nicht gibt.
Da lobe ich mir ja die Geschichten von Cars I, oder von mir aus auch ‚Ratatouille’ (der Film mit der kochenden Ratte). Filme dieser Art haben mehr Gehalt und ebenfalls einen hohen Spaßfaktor.
Aber als Neujahrsfilm („Mensch, wir waren dieses Jahr ja noch gar nicht im Kino!!!“) hat er mit Sicherheit was getaugt.