‘Fünf Freunde’ – Film von Mike Marzuk

28. Januar 2012

Als Kind habe ich die Bücher von Enid Blyton geliebt und rauf und runter gelesen. Später, viel später, habe ich dann durchaus auch Zweifel an der Lektüre bekommen, denn Enid Blyton ist eine Autorin, deren politische Gesinnung für meinen Geschmack zu weit rechts steht. Unzweifelhaft jedoch ist, dass ich durch Enid Blyton (wenn auch nicht ausschließlich durch sie) das regelmäßige Lesen angefangen habe – und das Lesen, die Leseroutine, ist für mich bis heute etwas Existentielles. Insofern danke ich ihr.

Klar, dass mich nun der Film auch interessiert hat, erst recht, da sich mein Sohn ja auch im entsprechenden Alter befindet.
Die Filmkulisse an sich war schon sehenswert: gedreht wurde in unserem Schleswig-Holstein an der Schlei daselbst, mit Ausblick auf die Ostsee – man grad, dass es nicht so eine abenteuerlich wirkende Insel im Meer gibt (und das mit den Vogelforschern, die Papgeitaucher beobachten wollen, ist natürlich ein Witz).

Ein kleines Dörfchen, an der Küste gelegen, schläft idyllisch vor sich hin. Zeitlich ist der Film eigentlich nur schwer zu verorten. Während die Autos tendentiell aus der Mottenkiste stammen, hat doch das eine Mitglied der Crew sein mobiles Gerät; man geht problemlos mit Notebook und Speicherstic um, telefoniert aber konsequent übers Festnetz, und das nicht nur, weil auf der Insel kein Handyempfang möglich ist. Die Frage ist, ob das wirklich solch eine große Rolle spielt, und vielleicht täusche ich mich auch, und das Ganze ist doch im Zeitraum der letzten 10 Jahre angesiedelt.

Ansonsten ist der Film wie die Bücher: unkompliziert (über komplizierte Sachverhalte wird hinweggegangen), simpel (banal, finde ich, wäre dann doch ein zu böses Wort) und spannend.
Tja, in diesem Film ist noch lange nicht der gut, der gut zu sein scheint! Was ja schließlich und endlich in den einfachsten Romanen vorkommt… Aber die Handlung ist spannend, wie es sich ja auch für die Blyton-Bücher gehört, und insofern war es einfach ein netter Kinobesuch, der für einen Samstagnachmittag mitten im Winter durchaus getaugt hat.

Na, mal sehen; das erste Buch von Enid Blyton hat mein Sohn ja schon gelesen (und er ist ein Lesekind – klar; bei den Eltern… wobei mein Schatz sich neuerdings auf Hörbücher verlagert hat). Feuer hat er dennoch noch nicht von der Abenteuer- oder Fünf-Freunde-Reihe gefangen. Mal sehen, ob das noch kommt. Nur eines hoffe ich: dass er – wenn – die Bücher für sich entdeckt… Viele Kinder steigen ja ein auf die Hörbücher, aber das finde ich, ist zwar sicher auch schön, kann aber von mir aus den anspruchsvolleren Büchern vorbehalten bleiben. Denn das wünsche ich mir: dass er viel Routine im Lesen gewinnt, jedenfalls, so lange es ihm Freude macht.

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