‘Himmel und Hölle’ von Jón Kalman Stefansson, zweite Lektüre
3. Februar 2012
Nun wollte ich gerne den zweiten Band der neuen Trilogie von Jón Kalman Stefansson lesen, aber hatte mich bei der ersten Lektüre über mich selbst geärgert; dass ich so furchtbar unkonzentriert war… manchmal raubt es mir viel Aufmerksamkeit, wenn ich mich an den Stil eines Autors erst gewöhnen muss; zudem hat mir Schwierigkeiten bereitet, dass ich zuerst nicht ganz verstanden habe, worauf der Autor eigentlich hinauswollte. Eines aber habe ich ja schon neulich kapiert: Dieses Buch ist eines von einer ungeheuren Tiefe und Intensität. Und weil ich mich in die zweite Lektüre nicht unvorbereitet stürzen wollte und sowieso Jón Kalman als Autor so hoch schätze, dachte ich, ich lese das erste Buch besser noch einmal. Unnötig zu erwähnen, dass ich es wieder sehr genossen habe….
Die Beschreibung des Jungen, der eigentlich alles auf der Welt verloren hat und nun seine letzte Reise – wie er denkt – antritt, ist unglaublich intensiv und mitreißend geschrieben. Er geht durch die Hölle und verlangt nur, seinem letzten Freund auf Erden in den Tod zu folgen. Doch dann kommt alles anders… Niemals kitschig, immer unglaublich lebensnah und menschlich sind die Geschichten, die Jón Kalman aus der isländischen Provinz zu erzählen weiß. Es hat mich auch diesmal wieder total von den Socken gehauen. Dieser Autor hat es echt drauf!