Das war eine richtige Erlebnisausstellung mit hohem Informationsgehalt – allerdings neben der Vorteile auch mit Nachteilen verbunden.

Es sind eben nicht die Originale, die zu sehen sind, und das ist ein Mangel, den man nicht vergessen darf, wenn man die echten Ausstellungsstücke noch nie gesehen hat, und nicht vergessen kann, wenn man die Originale kennt. Ich war dabei, 1981, als die Originale hier in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt wurden, und war damals unglaublich beeindruckt von der Pracht dieser äußerst sorgfältig gearbeiteten Kunstwerke. Überwältigend, wirklich!
Und nun hier: diese Repliken. Es gibt große Qualitätsunterschiede zu diesen Ausstellungsstücken. Aber: Ich finde es gut, dass die Originale nicht mehr durch die Welt tingeln – zu viel könnte mit ihnen passieren! Sie sind besser aufgehoben in Kairo, wo sie auch hingehören.
Und gerade weil sie so berühmt sind und so wunderschön, gerade weil die Geschichte der Entdeckung von Howard Carter 1922 so rasend spannend ist, finde ich es sehr schön, dass ich hier in Hamburg die Werke unter einem bestimmten Aspekt noch mal sehen und dies mit meinem siebenjährigen Sohn teilen konnte. Denn diese Ausstellung setzt ihren Schwerpunkt auf die Entdeckung der Schätze und zeigt sie in ihrem originalen Kontext. So ist es überaus praktisch, wenn man eine nachgebildete Mumie sehen kann, auf der diese wunderbare Totenmaske liegt, und diese Totenmaske dann noch einmal in ihrer Pracht als Kunstwerk aufgebahrt wurde. Es wird so viel deutlicher, was dieser Schatz bedeutet! Oder auch, wie Howard Carter zusammen mit seinem Gönner Lord Carnarvon die Grabkammern vorgefunden hatten! So wurden diese Räume noch einmal nachgebildet, und man kann die Impression nacherleben, was für ein überwältigender Eindruck diese Entdeckung gemacht haben muss.

Auf diese Inszenierung wird man zuerst durch zwei Filme eingestimmt. Der erste erzählt von der Geschichte der Könige, der zweite von der Entdeckung des beinahe unangetasteten Grabes. Erst wenn der zweite Film zuende ist, geht man mit dem ganzen Menschenpulk weiter in die nächste Halle, in der sich in drei Ecken die nachgebildeten Kammern befinden. Hier wird man dank seines Audioführers, der durch die Ausstellung begleitet, zu den einzelnen Kammernachbildungen geführt. Langsam geht das Licht an, es wird etwas Wissenswertes erzählt, dann erlischt das Licht wieder, und es geht zur nächsten Kammer. Selten kam ich mir derart animiert und ‚gefesselt geführt’ vor! Ich glaube, ich reagiere etwas sehr empfindlich darauf, wenn ich irgend etwas Bestimmtes fühlen oder denken oder über etwas Bestimmtes staunen soll, und zwar jetzt! Ich mag das nicht. Zudem war es in dieser Halle sehr voll, und ich hatte nicht die Möglichkeit, die Impression noch mal in Ruhe auf mich wirken zu lassen, was ich bedauerte. Auch wenn die einzelnen Stücke ja später noch mal in allen Einzelheiten ausgestellt waren…

Diese waren toll angeordnet, zum Teil eben in ihrem ursprünglichen Kontext gestellt, und das empfand ich als eine echte Bereicherung. So ist eine meiner absoluten Lieblingsstatuen, Selket, so aufgebaut worden, wie Carter sie vorfand: nämlich mit dem Gesicht zu einem wunderbaren vergoldeten Schrein. Das habe ich nicht gewusst und vermittelt mir doch so viel mehr von dem Totenkult (damals, in Hamburg, wurden die Fundstücke vielleicht noch mehr aus ihrem Zusammenhang gerupft, als das jetzt in Kairo der Fall ist, das habe ich eben herausgefunden). Auch wurden die einzelnen Sargkammern sehr genau gezeigt. Und natürlich ein Haufen weiterer Fundstücke.
Der Audioführer, den jeder bekommt, war informativ, und ich fand es ganz toll, dass es auch einen Audioführer für Kinder gab.

Insofern hatte diese Art der Ausstellung mit Repliken wirklich auch viele Vorteile. Klar sollte man nicht vergessen, dass es in gewisser Weise eine virtuelle Ausstellung ist, denn über die Originale geht nichts (sogar mein Sohn, der die echten Ausstellungsstücke aus dem damaligen Ausstellungskatalog von 1981 von Fotos her kennt, sind die Qualitätsunterschiede aufgefallen! Obwohl die Repliken trotzdem nicht so  schlecht gearbeitet waren, jedenfalls zum Teil). Aber wir konnten uns in die Werke und die ägyptische Welt hineindenken, und das besser, als in der Präsentation der einzelnen Stücke als Kunstwerke.

Insofern hat diese Erlebnis-Repliken-Ausstellung durchaus ihre Berechtigung. Nach Kairo muss man aber trotzdem fahren.

Die Reihe, in der dieses Buch erschienen ist, verfolgt ein klares Ziel: Auf spannende und unterhaltsame Weise jugendlichen Leserinnen (ab 12 Jahre) die englische Sprache nahe zu bringen. Und das erreicht dies Buch auf alle Fälle!

Schlüssig motiviert kommunizieren die Zwillinge Elaine und Laura – kurz Ella – mal in deutsch, mal in englisch. Mit den italienischen Gastschülern müssen sie sich ohnehin auf englisch unterhalten, und so fällt es nicht schwer, den ständigen Sprachenwechsel in dem Buch zu akzeptieren. Mir fiel er kaum auf, ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt! Und weil das Buch packend geschrieben ist, macht man den Wechsel auch gerne mit, zumal der englische Wortschatz auf den vorgegebenen Altersstand abgestimmt ist.
Das Buch hatte einen unglaublichen Sog; ich mochte es kaum aus der Hand legen, um das  Rätsel um den  alles könnenden Luca, in den sich beide Mädchen verliebt haben, auf die Spur zu kommen.
Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, wiewohl mein Englisch sehr rudimentär ist, habe ich den Roman gern gelesen. Auch mit den englischen Passagen bin ich gut zurechtgekommen, habe aber sehr viele von den auf jeder Seite angegebenen Vokabelübersetzungen in Anspruch genommen. Wie gesagt, mein Englisch ist ziemlich eingeschlafen!
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Mädchen in dem Alter ab 12 dieses Buch verschlingen werden. Und das übt das Englisch auf sehr unterhaltsame Weise!

Der Sonntag war verregnet, und wir hatten einen Durchhänger. Und auf meine Frage, was wir denn heute machen wollten, kam meinem Sohn die rettende Idee: ‘Wir könnten ins Kino gehen!’ Und das war ein wirklich guter Einfall, weil auch ein wirklich guter Film lief, wie sich dann herausstellte.

Willi Weitzel reist um die Welt, auf der Suche nach Abenteuern und eben besagter Wunder. Und findet sie: In Australiens Regenwald bei den Ameisen und Flughunden, in Kanada bei den Eisbären, in Tokio im U-Bahnhof und anderswo, und in der Wüste auf dem Motorrad. Es sind kleine Geschichten, die aber unglaublich sympathisch daherkommen, und die einfach Spaß machen. Egal, ob er sich von seiner uralten Nachbarin Frau Klinger auf den Geschmack bringen lässt, die Wüste zu besuchen, ob ihm ein Flughund das Bein hochklettert, oder er irgendwo in Tokio, verlorengegangen, seinem einzigen Zufallsbekannten begegnet und ihm sogleich erleichtert um den Hals fällt, alles ist irgendwie total nett. Die Leute, die mit ihm vor der Kamera stehen, wirken wie er authentisch. Klar ist der Film inszeniert, aber die Stimmung, die zwischen den Akteuren herrscht, ist es nicht, oder doch nicht weiter spürbar.

Ich habe es Willi sofort geglaubt, dass er in Kanada total glücklich war, einem Eisbär (der allerdings betäubt war, anders geht es ja nicht) übers Fell fahren zu können. Genauso schön war seine Freude über den kleinen Flughund, den er zu einem Flughundkrankenhaus brachte, um ihn wieder aufzupäppeln, oder sein Staunen über die Baukünste der australischen Ameisen. Der Film ist nicht nur witzig und auch spannend und vielleicht ein klitzekleines bisschen lehrreich, er ist vor allem atmosphärisch dicht.

Besonders schön waren die Szenen mit Michael Martin beim Durchqueren der Wüste mit einem Motorrad; wie gesagt, der Film zeichnet sich durch die schön gezeichneten zwischenmenschlichen Begegnungen aus.

Ja, es war ein durchweg sympathischer Film, natürlich für das Zielpublikum Kind. Und mein Sohn fand den Film ebenso spannend und mitreißend wie wir. Es war die beste Idee für diesen Sonntag gewesen. Und wenn wir mal irgendwann (wieder) einen Fernseher haben werden, ist schon klar, welche Sendung sich unser Sohn anschauen wird: Willi will’s wissen!

Es war bestimmt sehr freundlich gedacht, am Sonntag vor Rosenmontag ein Kinderkonzert aufzuführen, und passenderweise natürlich ‘Karneval der Tiere’ von Sains-Saëns. Warum man sich allerdings für eine Orgelfassung entschloss, als für ein großes Orchester? Mögen es die schnöden finanziellen Gründe gewesen sein, eine Schmalspur-Version zu Gehör zu bringen, oder sollte das besonders kindgerecht sein? Ich jedenfalls hatte mir darüber erstmal keine Gedanken gemacht, was sich als schwerer Fehler herausstellte.

Erstmal wurde natürlich auf die Kostüme der Kinder eingegangen, die zahlreich und mehr oder minder aufgeregt in ihren Kostümen auf der Bühne versammelt waren, dann wurde die Orgel als Instrument aufgeführt und erklärt, wie sie funktioniert, was meinen Sohn auch aufrichtig interessierte. Schließlich wurden noch ein paar Themen angespielt, in denen einige Tiere, die Saint-Saëns in seinem Stück vorstellte, besonders deutlich erkennbar waren. Und dann hätte es eigentlich schon zuende sein können.

Das klingt jetzt etwas fies, aber nach dieser halben Stunde oder so zog sich ein Leistungstief durch den Saal. Die Kinder waren eigentlich schon müde und überhaupt sehr ange- und aufgeregt wegen ihrer eigenen Kostüme.
Und warum fand ich die Orgel eigentlich so gedämpft und quakig?

Nun sollte es aber erst richtig losgehen mit dem Stück. Loriots Text wurde vorgetragen, und er fiel weit hinter das zurück, was Michael Quast auf der Musik-CD, die wir uns vorher angehört haben, brachte. Oder vielleicht kann es Herr von Bülow einfach auch besser rezitieren? Keine Ahnung. Ist auch nicht wichtig. Das Wichtigste sollte ja eigentlich die Musik sein, oder? Ich meine, deshalb bin ich ja mit meinem Sohn angereist.

Und dann das. Es war vielleicht nicht nur die Orgelfassung, die ja nun mal niemals ein ganzes Orchester ersetzen könnte. Aber wie sie gespielt wurde, war schlimm. Das ganze Stück war sozusagen klinisch befreit von jedem Witz und Verve.
Ich hatte also genug Muße, mich im Saal umzusehen. Viele Kinder liefen herum, waren mit sich und ihren Kostümen beschäftigt, hörten aber auf gar keinen Fall zu.

Und ich habe es probiert. Habe auch meinen Sohn immer wieder aufgefordert, sich für das Konzert zu interessieren, konnte ihm aber nicht verdenken, dass er vor Langerweile einging. Als echter Fischkopp hatte er fürs Verkleiden nichts übrig, aber das musste er ja auch nicht. Ab irgendeinem Zeitpunkt habe ich dann auch nicht mehr versucht, dem Konzert irgend etwas abzugewinnen, es war nämlich schlicht und ergreifend grottenschlecht. Langweilig und ohne Esprit.

Das Schlimmste ist, dass ich meinen Sohn sicherlich auf Jahre nicht mehr in ein Konzert bekomme. Und dafür bedanke ich mich. Diese Kinderkonzerte werde ich nicht weiter verfolgen. Schade, und hoffentlich hat es wenigstens keinen angerichtet, ich fürchte aber, doch.

Demnächst steht der Besuch einer Veranstaltung in der Musikhalle an, und da dachte ich, ist es nicht schlecht, wenn man sich schon mal ein wenig in die Musik hineinhört… Also habe ich aus der gutsortierten Stadtbibliothek die CD ausgeliehen, was eine ziemlich gute Idee war.

Michael Quast erzählt die Geschichte von den Tieren, die sich in andere Tiere verkleiden – erzählt von Fröschen, die zu Eseln werden, einer Kuh, die einmal gerne Elefant sein möchte, von Enten in Löwenkostümen, einem Kartoffelkäfer, der vom Leben und Leiden des Kuckucks erzählen will und von vielen anderen Tieren, die viele andere Tiere spielen, und das in unterhaltsamer Weise. Da macht die Musik gleich nochmal mehr Spaß…!

Und die ist toll! Ich kannte sie vorher nicht… Die Musik ist ja voll von Anspielungen und Zitaten aus der Musikgeschichte, für die sich Saint Saens ja ein wenig schämte, da er eigentlich nicht die Werke anderer Musiker verunglimpfen wollte. Aber zum Karneval ist doch so ein Spaß erlaubt… Köstlich ist der CanCan der Schildkröten, verzaubernd die Musik im Aquarium und einfach nur herrlich das ungleiche Spiel von Fingerübungen, um nur einige zu nennen.

Mir hat Michael Quasts Interpretation geholfen, mich dieser Programmmusik zu nähern. Die Bilder, die er findet, sind lustig und und stimmig. Die Vorfreude auf den anstehenden Besuch in der Musikhalle wächst…!!!!

Die Geschichte von dem Eselchen und Tino, einem kleinen Jungen von der Insel Elba, ist rührend und herzerwärmend. Tino hat wohl keine Eltern und lebt in einer kleinen Bucht. Sein Leben ändert sich, als ihm unvermittelt ein Eselchen geschenkt wird.

Viele Hindernisse muss Tino aus dem Weg räumen, um bei seinem Esel bleiben zu können – und das – bei Grisella zu sein – ist für ihn wie ein Zuhause, so dass er sich selbst auf einen lukrativen Verkauf nicht bedingungslos einlässt.

Mein Sohn, sieben Jahre, hat nach dem ersten Hören ziemlich geschluchzt, denn ihn hat die Geschichte sehr berührt. Auch ich war den Tränen nahe.
Jetzt hört er die Geschichte immer wieder gern, und es überwiegt das Wissen um das gute Ende.

Juliane Köhler liest das Hörbuch unprätentiös und klar, so dass man gerne hinhören mag.

Es mag eine alte Geschichte sein, aber sie ist immer noch schön. Tino ist ein Held! Und Grisella ein phantastischer Wunderesel, der Tino immer wieder mit guten Ratschlägen zur Seite steht.

Dieses Buch fand ich unter dem Weihnachtsbaum – wer es dort wohl hingezaubert hat?? Wie dem auch sei: Als Harry-Potter-Fan fehlte mir dies Büchlein noch in meiner Sammlung. Doch damit ist es auch schon gut.

Die Märchen sind mäßig, vielleicht ist noch am Originellsten, dass behauptet wird, Hermine Granger habe diese Märchen aus der Runenschrift übertragen und zusammen mit Kommentaren von Albus Dumbledore herausgegeben, wie die Autorin uns glauben lassen will. Überhaupt sind die Freunde und Bekannte wohl gute Kumpels von Frau Rowling geworden, da diese sich beispielsweise Professor Mc Gonnegals Wunsch beugt, eine Anmerkung über sie als Animaga (-oder wie lautet die weibliche Form von ‘Animagus’?) zu bringen. Als Über-Autorin oder als Unter-Autorin, Neben-Kommentatorin oder wie jetzt? Dass am Rand mit diesen Ebenen von Fiktion und Wirklichkeit noch ein wenig gezaubert (oder wenisgtens doch gespielt) wird, mag einen zusätzlich Reiz des Buches auszumachen; ansonsten, inhaltlich finde ich, dass die Märchen nur ein schaler Abklatsch aus der Zaubererwelt, die Joanne K. Rowling so originell und ideenreich in Harry Potter – Bänden erfand, sind. Dennoch war es natürlich schön, noch einmal der Zaubererwelt und ihrer ganzen Muggelproblematik zu begegnen, noch einmal Dumbledores Stimme zu vernehmen, und ganz sicher auch, das ganze Märchen von den drei Brüdern kennenzulernen, das schließlich in den letzten Potter-Bänden eine zentrale Rolle gespielt hatte.

Kennen muss man dies Buch jedoch nicht unbedingt. Allerdings gibt es einen guten Grund, es sich vielleicht dennoch anzuschaffen: Der Erlös des Buches geht an die Children’s High Level Group, einem Verein, der sich für Kinderrechte in Europa stark macht. Und weil es ein besonders hübsches Buch ist mit schönen Zeichnungen in einem hübschen Einband – warum also nicht? Und im Übrigen wird sich kein Potter-Fan es sich nehmen lassen, dieses kleine Büchlein wegzuschmökern. Und das ging gut. Unterm Weihnachtsbaum und anderswo.

Mein Sohn hat sich sehr auf diesen Film gefreut und ist denn auch nicht enttäuscht worden. Wir Erwachsenen hatten da mehr Schwierigkeiten.

Die Szenerie ist zunächst einmal bedrückend: Die Menschen haben vor 700 Jahren die Erde verlassen, weil sie sie komplett zugemüllt haben. Übergewichtig und unfähig, sich zu bewegen und zu erkennen, was wirklich um sie herum geschieht, oder was virtuell einfach nur vor ihnen auf dem Bildschirm herumflimmert, sind sie nicht gerade das, was man mit der menschlichen Schöpfung ursprünglich verbindet. Kein schönes Bild, wenn ein Dicker von seinem Stuhl plumpst und einfach keine Idee hat, wie man wieder aufsteht!
Und auch keine schöne Vorstellung, die Erde als Müllberg zu sehen, auf dem Roboter sich darum bemühen, den Müll und Krempel wegzuräumen.

Von denen im Übrigen nur noch einer da ist, nämlich: Wall-E. Er ist der Einzige, der nicht kaputtgegangen ist, der sich ein Ersatzteil-Lager angelegt hat, der Musical-Filme (oder wenigstens einen) aus den 50er Jahren goutiert und der exotischen Müll sammelt, kurz: eine niedliche Figur mit freundlichen, fröhlichen, ja kindlichen Charakterzügen ist, die unbedingt Spaß macht, wenn nur der Rest der Zukunfts-Vision nicht so schrecklich düster wäre.

Tja. Man könnte vielleicht – vielleicht! mit den Kindern später in moralische Gespräche verfallen wie: „Wenn du dich nicht genug bewegst, wirst du noch genauso unbeweglich wie die Menschen in ‘Wall-E!’“ oder: „Da kannst du mal sehen, wohin uns all der Müll mal bringen wird!“ oder „Du musst die Natur schützen – nimm dir ein Beispiel an Wall-E und Eva!“. Aber im Grunde genommen ist das doch reinster Bockmist. Im Grunde genommen dient diese Zukunftsvision hier doch nur als Kulisse für eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Maschinen.

Und das ist das, was ich so aus den Kritiken heraushörte: nämlich dass diese Episode zwischen Wall-E und Eva so entzückend sei, so niedlich und so weiter. Ich bin da wohl zu trocken und humorlos.

Ich fand, es ist in gewisser Weise ein zynischer Film, der mit dem Gedanken an den Super-Gau auf mies oberflächliche Art und Weise spielt. Mindestens uns Erwachsenen hat dies nichts gebracht. Und auch wenn mein Sohn, sieben Jahre, den Film mochte, so hat dies nicht die Begeisterung in ihm ausgelöst wie letztes Jahr ‘Ratatouille‘ oder das Jahr davor ‘Cars’.

Schade. Sollte etwas dran sein, dass die Verschmelzung von Pixars und Walt Disney nicht zum Guten war? Was kann denn nach solch einem Film kommen? Ich bleibe gespannt. Nächstes Jahr um diese Zeit sprechen wir uns wieder.

In dem Exemplar des Buches, das mir eine Freundin zukommen ließ, lag ein Zettel, den ich erst entdeckte, als ich es zur Hand nahm: ‘Gegen den November-Blues!’ – also wartete dieses Buch geduldig ein ganzes Jahr darauf, dass mich eine Erkältung einholte und mich für zwei, drei Tage ins Bett empfahl. Da war es wohl klar, dass seine Zeit gekommen war!

Ich erinnere mich eigentlich nicht mehr daran, dass ich das Buch als Kind las, aber da die ‘Abenteuer’-Serie von Enid Blyton meine Lieblingsreihe von dieser Autorin war, bin ich sicher, dass ich auch dies Buch gelese habe. Heute lese ich das Buch natürlich komplett anders, und ich kann auch verstehen, wenn Enid Blyton das erwachsene Publikum egal war – ‘mich interessiert nicht die Meinung der LeserInnen, die älter sind als 12 Jahre’ oder so ähnlich soll sie mal gesagt haben, als eines ihrer Bücher von der Presse verrissen wurde. Na, man muss wohl wirklich Haare auf den Zähnen haben, wenn man Kinderbücher wie diese schreibt. Dabei ist dieses absolut nicht das Schlechteste von ihr.

Ich fand gewöhnungsbedürftig und auch sehr hölzern, dass sich die beiden Jungen ‘Sprossel’ (nach Jacks vielen Sommersprossen) und ‘Büschel’ (nach dem unbezähmbaren Haarschopf von Phillip) nannten. Das passt irgendwie so gar nicht in diese Zeit!, eher in die 50er Jahre (oder von mir aus in die 40er, in denen das Buch als erstes der Abenteuer-Reihe entstand). Witzigerweise erinnere ich mich gar nicht mehr daran, dass diese Bezeichnungen noch in ‘Die Burg der Abenteuer’ benutzt wurden (und nachschauen kann ich nicht, da das Buch dank Bookcrossing schon weitergezogen ist). Egal. Ich fand das sehr antiquiert und, wie man heute sagt, ‘uncool’.

Abgesehen davon hatte aber das Buch durchaus seine spannenden Momente, dabei allerdings auch sehr unwahrscheinliche. Schon allein, dass die Vollwaisen Jack und Lucy von der alleinerziehenden, hart arbeitenden und durch Abwesenheit glänzenden Mutter von Phillip und Dina am Ende aufgenommen werden, ist schon merkwürdig. Nachvollziehbar ist aber, und auch einsichtig für mich, dass solche Geschichten Kinderherzen berühren und höher schlagen lassen. Wie auch andere Handlungsstränge in der Geschichte, so z.B. das Finden von Geheimtunneln, das Schmieden und Durchführen hochgefährlicher Pläne oder das unbefangene Sich-Anfreunden mit einem wildfremden Mann, der aber als Einziger freundlich zu den Kindern und zugänglich ist (Bill Smugs). Aber klar: Argumente solcher Art gegen das Buch sind natürlich alles so Miesmacher von Erwachsenen.

Kinder – und für diese hat Frau Blyton nun mal geschrieben – werden hier großzügig sein, und ich denke, eine lebhafte Phantasie beim Lesen entwickeln. Und das ist ganz sicherlich das Wichtigste.
Dieses Buch ist jedenfalls relativ frei von rassistischen oder diskriminierenden Menschenbildern (und das sind nicht alle Blyton-Bücher!), bei aller sehr krassen Schwarz-Weiß-Malerei.

Doch: Es ist ein Buch, das für Kinder taugt, denke ich. Und für mich, krank im Bett liegend, war es ebenfalls schön verschlingbar.

Wegen einer Erkältung meinerseits musste der Geburtstagskinotag leider verschoben werden – ein Glück, dass mein Sohn diesen wunderbaren Zeichentrickfilm zum Geburtstag bekam, und dass wir ihn vorm heimischen PC abspielen konnten: Da ging es mir denn auch gleich besser.

Eigentlich hatten wir ihn damals, als der Film in die Kinos kam, schon mal gesehen, aber dank der allgemeinen Vergesslichkeit, der ich unterliege, konnte ich ihn nun nochmal mit Spannung genießen. Die Handlung mag an den Haaren herbeigezogen sein – aber wen stört es schon, wenn die Zeichnungen so liebevoll daherkommen? Es sind die liebenswerten Charaktere von Lars und Greta, aber auch dem singenden Pinguin Caruso und der Robbe Robby, die den Film so schön machen. Und dann natürlich auch die liebevoll gemalten Bilder aus dem Eisbärenparadies, aber auch von den Galapagos-Inseln. Der Film ist einfach total nett gemacht, und macht allein deshalb Spaß.

Wenn es mich am Ende vielleicht gestört haben sollte, dass die ganze Truppe von den Galapagos-Inseln zurück an den Nordpol gekehrt ist, ohne erklärt wurde, wie, so hat meinen Sohn der Kunstgriff beeindruckt, wie die Wolken auf den Galapagos-Inseln sich plötzlich drehen und am Nordpol zu Eisschollen werden…

Mein Sohn, mittlerweile sieben Jahre alt und schon ein wenig mehr medienerfahren (wenn auch nicht soo sehr, da bei uns das Medium Fernsehen ja immer noch nicht vorhanden ist), konnte den Film spannungsmäßig durchaus verkraften, auch schon, als wir ihn vor drei Jahren gesehen hatten. Allerdings hat er bis jetzt nicht mehr nach dem Film oder davon erzählt – sollte dies vielleicht bedeuten, dass er ihn nicht so beeindruckend fand? Wie dem auch sei: Wir mochten diesen sympathischen Film, und wenn mein Sohn ihn noch einmal sehen möchte, schaue ich bestimmt gern wieder mit.