Goethe! – Film von Philipp Stölzl

Veröffentlicht: 21. November 2010 in Filme, Kino, Kultur

Also, das ist doch mal eine Verfilmung, in der man zwar nicht besonders viel Biografisches über Goethe erfährt – falls man das erwarten tut – aber eine Menge Spaß hat!

Inwieweit sich der Regisseur an Goethes Biographie hält, weiß ich nicht. Ich meine, belegt ist mit Sicherheit, dass Goethe als Referendar und Jurastudent vom Vater nach Wetzlar geschickt wird. Vielleicht, dass er sich dann in eine Frau verliebt, die aber einen anderen heiratet, auch. Aber mehr? Es könnte sich durchaus um die Entstehungsgeschichte der ‚Leiden des jungen Werther’ handeln. Ich würde aber auf mehr Fakten nichts geben wollen. Also: machen wir uns mal frei von Goethes Biographie, nehmen wir doch mal diesen Film als eigenständige Geschichte mit wunderbaren Ausschmückungen, und wir haben viel Spaß beim Film!

Was ich sehr, sehr schön fand, war die Darstellung des jungen G. durch Alexander Fehling. Das war so frisch und spontan, so jung und enthusiastisch gespielt, wie man es vielleicht nur selten im Kino sieht, vielleicht eher auf der Bühne… Ich wünschte mir, dass Alexander Fehling den Kontakt zur Bühne nicht verliert, denn so wie er sich in diesem Film einbringt, ist das einzigartig! Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung dabei. Ich will jetzt auch nicht sagen, dass Herr Fehling irgendwie unprofessionell sei, aber dieses Frische, nicht Glatte ist eine Glanzleistung, die vielleicht – aber hoffentlich nicht – eher zufällig hergestellt werden kann. Wisst Ihr, was ich meine???
Selbst Miriam Stein als Charlotte Buff kommt nicht an diese spontane Natürlichkeit heran.
Komplizierter verhält es sich mit Moritz Bleibtreu. Der ist ja derzeit echt fleißig und fehlt ja wohl kaum in einem deutschen Film derzeit. In diesem Film hat er vielleicht eine wirklich schwere Rolle, weil er jemanden spielen muss, der extrem humorlos und unkreativ ist, und irgendwie spießig obendrein. Und das spielt Moritz Bleibtreu bestimmt auch wirklich gut. Nur… wie gesagt, man sieht ihn derzeit oft im Kino (ich habe ihn zuletzt, glaube ich, in ‚Soul Kitchen’ gesehen). Und vielleicht stellen sich einige Ermüdungserscheinungen ein.  Ich bin auch ein wenig müde geworden, Technik in der Schauspielerei zu sehen, das langweilt mich, selbst bei so tollen Schauspielern wie Bernhard Minetti auf der Bühne war das nicht mehr spannend für mich (und dass ich ihn da gesehen habe, ist ja schon wirklich lange her!!! Und ich weiß auch, dass es ein guter Schauspieler ist! Aber manchmal kippt die ganze Sache, wenn die Professionalität zu perfekt wird; naja, das ist vielleicht auch der Grund, warum ich Theater seit so langer Zeit meide: Mir fehlt das Echte! Exaltiertes oder schauspielerische Technik interessieren mich schon lange nicht mehr).

Nun denn. Dieser Film jedenfalls hat Esprit! Ich mochte das sehr.

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