‚Die Vermessung der Welt‘ – Film von Detlev Buck

Veröffentlicht: 18. November 2012 in Filme, Kino, Kultur

Üppiges Kino, buntes Kino, phantastisches Kino! Dieser Film bescherte uns einen netten Kinoabend!

Ich kenne das Buch leider nicht, aber ich habe doch gehört, dass der Film sich sehr an das Buch gehalten hat. In dem Film geht es ja um die bedeutenden Lebensabschnitte von zwei deutschen Wissenschaftlern, die bahnbrechende neue Erkenntnisse, aber ganz unterschiedlicher Art und Weise erlangt haben.

Alexander von Humboldt hat durch seine weiten Reisen und unter Einsatz all seiner körperlichen und mentalen Fähigkeiten mit seinen Studien aus fernen Ländern neue Lebenserkenntnisse nach Deutschland geholt. Der Mann war nicht nur gnadenlos mutig und intelligent, er war auch neugierig bis zum Gehtnichtmehr, was sicherlich nicht die schlechteste Eigenschaft ist. Carl Friedrich Gauß dagegen hat die Welt auf ganz andere, nämlich im wahrsten Sinne des Wortes, vermessen. Es ist in keinster Weise Neugier, die ihn zu seinen Erkenntnssen und Verfahren gebracht hat, sondern vielmehr das pure analytische und logische Denken. Im Grunde genommen ist er vom Charakter und von seiner Forschungsmethode das akkurate Gegenteil von Alexander von Humboldt, damit aber genauso wichtig für die Wissenschaft, wie der Reisende.

Florian David Fitz gab den trockenen, ernsthaften Gauß, während Albrecht Abraham Schuch den staunenden, wissenshungrigen, vielleicht etwas naiven Humboldt darstellte – beide waren brillant auf ihre Art.

Ich mochte den Film sehr. Wir haben uns den 3D-Effekt geschenkt, so wichtig ist er nun auch wieder nicht, und der Film war dennoch bunt und fröhlich und schön.

Dennoch habe ich noch immer nicht zusammen bekommen, was den Autor (und dann den Filmemacher) bewogen hat, diese beiden Personen, die nicht nur Zeitgenossen waren, sondern im höheren Alter – wenn man davon ausgeht, dass ihre Begegnungen wirklich stattgefunden haben, was ich nicht weiß – auch ein wenig befreundet (eine wunderbare Szene, wie Humboldt und Gauß, alt und knorrig geworden, aufeinander treffen). Die beiden Forscher haben im Grunde genommen ihre Leben und Forschungen nicht großartig in Beziehung zueinander gesetzt, jedenfalls konnte ich das dem Film nicht entnehmen. Rätselhaft.
Dennoch: eine schöne Unterhaltung.

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