Die Hexen von Eastwick – Roman von John Updike

Veröffentlicht: 2. Januar 2013 in Bücher, Kultur, Literatur

So, nun war die Zeit gekommen, mich einmal dieses Klassikers anzunehmen. Ein Stück ungewöhnlicher Literatur ist dies, aber in gewisser Weise dann doch wieder irgendwie bürgerlich, wenn auch vielleicht nur aus heutiger Sicht…

Die drei Freundinnen, allesamt geschieden, haben nicht nur gemeinsam, dass sie Hexen sind; sie lieben es auch, ihre kleine Stadt Eastwick aufzumischen und den Männern vor Ort ordentlich einzuheizen. Dabei sehnen sie sich eigentlich auch nur nach dem, was sie einst besessen hatten, als sie noch ihre Männer hatten: eine große Liebe.

Aber es gibt noch andere Bedürfnisse, nämlich die nach noch mehr Sex und Orgien, und die lassen sich wohl nicht besser als mit dem kürzlich zugezogenen Daryl Van Horne ausleben. Allein der Name klingt ja schon nach dem Satan daselbst. Und vielleicht ist er’s ja… Wie dem auch sei. Er scheint Geld zu besitzen und baut sich ein Paradies auf, das keine Wünsche offen lässt, und in dem sich die Hexen regelmäßig einfinden, um ihre Triebe auszuleben. Aber hält dieser teuflische Mann, was er verspricht?

Am Ende doch wohl nicht, und das ist dann eigentlich wie so oft der springende Punkt für mich: Der Schluss. Er ist dann doch enttäuschend für mich, weil er statt auf die ganzen Orgien noch einen oben draufzusetzen, komplett abfällt gegenüber allem Hexen- und Teufelswerk in diesem Buch. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass dieses letzte Tabu (das ich hier nicht verraten möchte) heute einfach gar keines mehr ist. Am Ende muss man diesen Roman in seinem historischen Kontext betrachten und sich daran freuen, dass solch ein Buch in den 1980ern erschienen ist.

Nun denn. Ich dachte dann, ich mache gleich weiter mit den ‚Witwen von Eastwick‘, aber das hatte mich binnen kürzester Zeit so elendig gelangweilt, dass ich es abbrechen musste. Nach 30 Jahren Hexentum hat das Buch nicht mehr die Schlagkraft wie das erste (oder ich war zu ungeduldig), so dass ich mich entschied, dies Buch mal auszulassen.

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