Ariadne auf Naxos – Oper von Richard Strauß, Inszenierung von Christian Stückl; Aufführung in der Hamburgischen Staatsoper

Veröffentlicht: 26. Januar 2013 in Kultur, Musik, Theater/Oper

Ich frage mich die ganze Zeit, wie oft ich diese Oper schon gesehen habe. Einmal in Freiburg, das war 1992. Und einmal in Hamburg oder Berlin, vermutlich vor 1992, oder doch einmal davor und einmal danach. Ich weiß nicht mehr. Nur ein paar Bilder sind in meiner Erinnerung geblieben. Den Stoff habe ich immer schon gemocht. Was mag ich lieber an ihm: das komplett Abstruse, Anmaßende, die vielleicht gar nicht so überzogene Ignoranz gegenüber den Künsten oder den Wechsel von abgrundtiefer Tragik und übermütigen Kapriolen? Am Ende ist es eben alles, was ich daran mag, wie ich die Opern von Strauß mag, und Hugo von Hofmannthal hat schon seit aller Ewigkeit bei mir ein Stein im Brett.

Vieles mochte ich an der Inszenierung von Herrn Stückl. Und doch hatten die Szenen mit der Zerbinetta für mich den absoluten Vorrang. Die Tiefe in der Musik blieb für mich starr in den Szenen von Ariadne, sicher war das professionell, aber es rührte mich nicht. Die Szenen mit ihr und am Ende mit Bacchus hätten in einer konzertatnten Aufführung glänzen können; ich komme ja eher von der schauspielerischen Seite, und da war mir ihre Interpretation eindeutig zu dünne.
Zerbinetta jedoch in ihrer Lebenslust, aber auch in ihrer Tragik, die sie überwindet und sich trotz alledem ständig neu erfindet, zusammen mit einer Freude für Liebe und Leid – das war umwerfend von der Sängerin (deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, was für ein Fehler!) interpretiert und hatte mehr Tiefe als das abgehobene Elend der Ariadne. Und so war für mich die Aussage des Stückes, nämlich dass die Komödie wie auch die Tragödie ihre Berechtigung auf der Bühne hätte, ohne dass die eine Kunst die andere übervorteilte, nicht wirklich gegeben. In früheren Inszenierungen haben mich die Arien der Ariadne wirklich berührt. Das war hier nicht so.

Es war aber dennoch ein schöner Opernabend. Ich mache das zu selten! Aber öfter bekomme ich es wohl nicht hin. Entweder das Leben oder ich sind zu kompliziert, vermutlich ich. Das ist eben meine Tragödie.

 

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