‚Die andere Heimat‘ – Film von Edgar Reitz

Veröffentlicht: 3. Oktober 2013 in Filme, Kino, Kultur

‚Heimat‘ von Edgar Reitz kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass auch dieser Film  in Schabbach, einem fiktiven Ort im Hunsrück,  spielt. Der neue Film auch, jedoch im Schabbach von 1842, während die frühere Filmtrilogie die Zeit 100 Jahre später beleuchtet.

Filmszene aus 'Die andere Heimat' mit Jan Dieter Schneider; Quelle: Filmstarts.de

Filmszene aus ‚Die andere Heimat‘ mit Jan Dieter Schneider; Quelle: Filmstarts.de

Damals, zum Zeitpunkt der Handlung,  gab es zu wenig zu essen in Deutschland. Wer blieb, hatte mit Hunger und Armut zu kämpfen. Die Alternative bestand im Auswandern ins ferne Brasilien, was natürlich ein ziemliches Wagnis darstellte und pures Abenteuer war. Man entschied sich nicht leicht zu solch einem Schritt, die Not musste schon sehr groß sein. In dem Film geht es um Jakob, einem der Söhne des Schmieds. Er wünscht sich nichts mehr, als nach Brasilien auszuwandern, er träumt von diesem fernen Land und – was im 19. Jahrhundert nicht selbstverständlich war – liest alles, was ihm darüber in die Finger kommt. Lesen, überhaupt: das ist Jakob eine weitaus interessantere Beschäftigung als die Schmiedearbeit oder als Kartoffeln zu ernten. Sprich: Jakob drückt sich vor der körperlichen Arbeit und liest stattdessen, was in einem Ort, der unter Armut zu leiden hat und wo jeder mit anpacken muss, nicht besonders gut ankommt.

Aber er kommt nicht los, irgendetwas kommt dem zart besaiteten dann doch immer dazwischen. Am Ende ist es ein Lebenstraum geblieben, doch am Ende findet auch er seinen Platz in der Gesellschaft, und er hilft und steuert nicht mit den Händen, sondern mit dem Kopf.

Der Film schwelgt in schönen Bildern, reduziert sich jedoch auf schwarzweiß mit ein paar kleinen Farbtupfern ab und an, was hübsch ist, mir jedoch keine besondere Aussage zu haben scheint. Es bleibt ein recht ausuferndes Epos, das sich über vier Stunden erstreckt, und meine Freundin und ich waren einer Meinung, dass sich der Film auch gut in 2 ½ bis 3 Stunden  hätte erzählen lassen können. Richtig langweilig ist er an keiner Stelle gewesen, aber es gab doch einige Längen. War dennoch sehenswert, dieser Film.

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