‚Klaus Störtebeker – Gottes Freund und aller Welt Feind‘ – Roman von Boy Lornsen

Veröffentlicht: 3. Januar 2014 in Bücher, Kinderkultur, Kultur, Literatur

Wir sind ja vor einiger Zeit schon auf Boy Lornsens wunderbares Kinderbuch ‚Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt‘ aufmerksam geworden und haben es mit Genuss gelesen. Es war schon klar, dass dieses Buch komplett anders sein würde, und wir waren neugierig darauf. Drum hat es uns durch den Dezember begleitet und auch mit nach Dänemark auf die kleine Insel Bogö in der Ostsee – eine sehr passende Lektüre für diesen Ort, wie sich herausstellte.

Der Roman beginnt mit ‚… und so könnte es angefangen haben…‘ – ich weiß nicht, wie die Faktenlage ist um Klaus Störtebeker, der Ende des 13. Und Anfang des 14. Jahrhunderts sein Unwesen trieb. Boy Lornsen jedenfalls hat sich ganz sicher gewisse Freiheiten beim Erzählen herausgenommen und dabei bestimmt auch die eine oder andere historisch belegte Begebenheit mit einfließen lassen.

Es beginnt damit, wie sich Klaus Störtebeker sein sehr schnelles und fortschrittliches Schiff, den ‚Seewolf‘, sichert, und es beginnt gleich mit einem supermiesen Trick, wie er dies anstellt.

Und genau so geht es denn auch weiter. Klaus Störtebeker, an Kraft und Mut nicht zu übertreffen, und sein Kumpan, der kleinwüchsige Magister Wigbold, schlau wie ein Fuchs und absolut skrupellos, machen zunächst die Ostsee unsicher, und die Piraten lassen sich auch in politische Konflikte mit einbeziehen, so lange für sie lohnende Überfälle und damit Gewinne dabei herausspringen.

Nachdem sie die Ostsee derart unsicher gemacht haben, dass die Schiffe zu vorsichtig wurden und Raubüberfälle nicht mehr lohnenswert, verlegte Störtebeker sein Geschäft in die Westsee (die heutige Nordsee). Auf dem Weg sind sie dann auch an Bogö vorbeigekommen, wo wir uns gerade aufhielten, so dass wir uns um so besser die Stimmung vorstellen konnten, die dort vorherrschte.

Schließlich war ihr Hauptausgangspunkt für einige Jahre Helgoland…

Im Roman waren viele Überfälle und viele wirklich sehr listige Strategien beschrieben, wie Störtebeker und seine Kumpane ihre Räubereien durchführten. Das war spannend und auch ergreifend, und unglaublich brutal. Störtebeker hat auf der Nordsee bei der Bevölkerung jedoch nicht den schlechtesten Ruf gehabt, wenigstens zeitweise, denn Menschen, die ihm halfen, wurden anständig entlohnt, und auch die Piraten ‚dienten‘ gern unter ihm, weil er die Beute unter allen teilte, woher auch der Begriff ‚Liekedeeler‘ stammt.

Dieses Buch hat sich zu lesen wirklich gelohnt! Boy Lornsen hat die Geschichte fesselnd geschrieben und geschickt die Perspektive eines Waisenjungen gewählt, der zwar bei einem Überfall ‚angeheuert‘ wurde, aber durch seine Heimatlosigkeit dann auch geblieben ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s