Mondrian. Farbe. – Ausstellung im Bucerius Kunstforum, Hamburg

Veröffentlicht: 15. März 2014 in Ausstellungen, Kultur, Kunst

Piet Mondrian hat mich schon immer fasziniert, besser verstehen lernte ich seine Kunst 1985 bei einem Besuch in Den Haag. Seine Frühwerke wurden mir zum Schlüssel seiner abstrakten Bilder.

Und hier im Bucerius Kunstforum waren ca. 50 Gemälde ausgestellt, überwiegend aus seiner frühen Zeit, als er noch in Holland war. Mit seinem Umzug nach Paris hat sich seine Hinwendung zur abstrakten Malerei sehr verstärkt, angeregt durch den Kubismus von Braque und Picasso. Und als er dann kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges nach New York übersiedelte, erfuhr seine Malerei nochmal eine verspielte Nuance in all der Abstraktion.

Wie gesagt, die meisten der Gemälde sind Frühwerke. Mondrian hat erkannt, dass er die Farben der Natur nicht auf die Leinwand übertragen könnte. Und so nahm er auch konsequent Abstand davon, es zu versuchen. Er experimentierte in der Folge mit der Farbwirkung und gleichzeitig mit der Form. So gibt es Landschaftsbilder, in denen sich in einem Wasser spiegelnde Baumreihen zu sehen sind, die die Leinwand in horizontale und vertikale Linien aufteilen. Die Farbe bekam ebenfalls eine tiefere Bedeutung, da sich Mondrian nicht nur anfänglich mit Goethes Farblehre beschäftigte, sondern in der Auseinandersetzung mit der Theosophie und Rudolf Steiners Farblehre auch die Symbolkraft der Farben für sich entdeckte. Als Folge davon beschäftigte er sich mit der Farbwirkung von Komplementärfarben, vielleicht sogar zu Ungunsten des jeweils gewählten Metiers. So sind die Porträts zwar bunt; doch Mondrian ging es nicht – zumindest habe ich das nicht erkennen können – um die portraitierten Personen. Das Portrait eines Bauern, dessen roter Kopf durch den fleckigen Farbauftrag ohnehin schon sehr abstrakt scheint, hat mit dem Menschen vielleicht gar nichts mehr zu tun, so war zumindest mein Eindruck. Ganz gut also, dass Mondrian sich auf das Malen von Kirchen oder von Natur – Dünenlandschaften – konzentrierte. Diese dann aber in gegensätzlichen Farben, dass es nur so flimmert, was von Mondrian im Rahmen seiner Studien ganz sicher beabsichtigt war.

Dann die immer stärkere Hinwendung zu den Linien, allen voran den horizontalen und den vertikalen Linien, und aber auch zu anderen mehr oder weniger geometrischen Formen. Oder zu einem riesigen Bild mit lauter kleinen Quadraten, die farblich nach einem für uns nicht erkennbaren Muster angeordnet sind – heute erinnert dieses Bild an riesengroß vergrößerte Pixel. Irgendwann hat Mondrian dann zu der prächtigen Form gefunden, für die er berühmt wurde: den Gemälden, mit schwarzen Linien unterteilt, in deren entstandene Flächen mit reinfarbig blauer, roter oder gelber Farbe ausgemalt wurde, wenn nicht mit weiß oder grau. Diese Bilde im Original zu sehen, ist nochmal etwas ganz anderes, als eine Reproduktion anzugucken, denn es vermittelt sich nicht nur die formale Lösung, sondern auch, dass dieses Bild wirklich von Menschenhand gemalt wurde; man sieht den Pinselstrich, oder gar die Korrekturen, die Mondrian vorgenommen hat.

Die Ausstellung hat sich sehr gelohnt. Irgendwie hat das Bucerius Kunstforum meistens gute Ausstellungen… Diese geht noch bis zum 11. Mai, mehr findet Ihr auf der Website des Bucerius Kunstforums.

 

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