Homekino im März Teil 1

Veröffentlicht: 22. März 2014 in Filme, Kultur

Es geht so wahnsinnig schnell, dass ich vergesse, was ich in letzter Zeit kulturell gemacht habe – und der Sinn und Zweck dieses Blogs ist ja nicht nur, Euch zu berichten, womit ich mich so beschäftige , sondern auch für mich, zu dokumentieren, wann ich was gelesen/gesehen/unternommen habe. Manchmal verfluche ich dieses Ziel, denn leider bin ich ja meistens in argem Verzug, was dazu führt, dass ich mich nur schwer daran erinnere, was ich genau bei den kulturellen Tätigkeiten gedacht oder gefühlt habe. Dennoch, auch um mich vorm bloßen Konsumieren zu schützen, versuche ich, möglichst genau zu sein. Also mache ich einfach weiter wie bisher (oder bemühe mich darum). Im März haben wir uns eine Menge DVDs angeschaut, sodass ich meine Homekinoerlebnisse in zwei Teile gefasst habe. Hier kommt der erste, mit einer wilden Zusammenstellung. Der zweite sind dann die Filme von Wes Anderson, die wir uns nach ‚Grand Hotel Budapest‘ nochmal oder zum ersten mal angeguckt haben.

‚Jurassic Park‘ von Steven Spielberg

Dieser Filmklassiker von 1993 gehört, wie ich finde, mit zur Allgemeinbildung…. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man ihn gesehen haben muss. Es ist zweifelsohne ein wirklich guter Thriller von Spielberg, der einem echt die Haare zu Berge stehen lässt. Ich hatte mein Kinoerlebnis von damals allerdings als nicht mehr so heftig in Erinnerung und war dann doch etwas geschockt, dass die FSK-Freigabe ab 12 Jahren ist. Die Trickaufnahmen waren damals etwas Besonderes, aber heute….: Naja. Heute kann man das sicher besser. Aber diese Anmerkung ist natürlich keine Herabsetzung des Filmes, die Technik ist einfach kein so sehr schwer wiegendes Kriterium. Der Film jedenfalls ist immer noch hochaktuell, wie ich finde, momentan vielleicht sogar noch brandheißer, als vor ein paar Jahren. Die Frage, was uns mit der Forschung und Nutzung der Genmanipulation blühen könnte, bringt dieser Film einfach super auf den Punkt: Es ist einfach nicht beherrsch- oder vorhersehbar! Mein Schatz, dieser hochsensible Mann von fast zwei Metern, musste jedenfalls den Fernsehraum verlassen. Ihn ging der Film zu hart an.

Filmszene aus ‚Jurassic Park‘ mit Ariana Richards, Joseph Mazzello, Sam Neill; Quelle: Filmstarts.de

La Traviata – Oper von Giuseppe Verdi in einer aufgezeichneten Bühnenfassung von Peter Hall, Dirigent: Bernard Haitink

Ich liebe Opern ja mehr, als man diesem Blog entnehmen kann. Leider gehe ich zu selten in die Hamburgische Staatsoper, die ja im Allgemeinen ziemlich tolle Inszenierungen herausbringt. Wer dies liest und mich mit in die Oper nehmen wollte, möge das sehr gerne probieren, vermutlich – ziemlich sicher – käme ich mit! Nein, ganz bestimmt sogar!! Nun. Diese DVD habe ich schon lange zu liegen, es war mal ein Schnäppchen, das ich auf dem Grabbeltisch bei ALDI geschlagen habe. Die Inszenierung war zwar recht konventionell und vielleicht nicht besonders inspirierend, jedoch nicht übel. In den verschiedenen Räumen war durch die Präsenz von Uhren die Vergänglichkeit allgegenwärtig; sicherlich ein schönes Symbol. Irren und Glauben, gesellschaftliche Konventionen, Verhinderung der eigenen Wünsche sind und bleiben spannende Themen. Die Musik ist grandios, auch wenn sie nur über einen zu kleinen Bildschirm (unser Fernseher ist ja gar nicht soo klein, aber mit einer Bühne verglichen doch) und dem in denselben eingebauten Ton genossen wurde. Mich hat ‚La Traviata‘ schon mehr mitgerissen als diese Inszenierung. Dennoch war es schön. Mein Sohn, der sich eigentlich langweilte, blieb dennoch sitzen. Ich kann nicht genau sagen, warum. Es hat mich aber gefreut.

Auf Wiedersehen, Kinder – Film von Louis Malle

Es ist merkwürdig. Derzeit gibt es vielleicht auch eine Menge Filme, die sich mit dem Krieg, Nationalsozialismus und der damit einhergegangenen Judenverfolgung befassen. Vor kurzem erst habe ich ‚Die Bücherdiebin‘ gelesen und im Kino gesehen; aber auch ‚Monument Men‘, ‚Lore‘, ‚Lauf, Junge lauf‘ (dessen Beschreibung in diesem Blog folgen wird) und noch eine ganze Menge anderer Filme drehen sich um diese Thematik. Vielleicht zieht sie mich momentan auch besonders an, ich kann es nicht sagen.

Jedenfalls fiel mir dieser Film von 1987 wieder ein, und auch er spielt zu Zeiten des Krieges und in einem Teil Frankreichs, der durch seine spezielle politische Positionierung die Judenverfolgung besonders stark betrieb: es war der von Deutschland besetzte Teil Frankreichs. Die Geschichte ist aus der Sicht eines Jungen, Sohn aus wohlhabendem Hause, erzählt; in seinem Internat kommt ein neuer Schüler an, er ist vielleicht ein Außenseiter, doch die beiden freunden sich miteinander an. Schon bald kommt der Junge hinter das Geheimnis des Neuen – und damit hinter das des katholischen Internates…
Mitreißend und absolut überzeugend, sensibel dargestellt, werden die Risse in der Gesellschaft aufgedeckt. Da ist in einem feinen Lokal der Stammgast, ein feiner Herr, der jedoch als Jude entlarvt wird und über den ein von jetzt auf gleich ein Hausverbot verhängt wird… Und der katholische Internatsleiter, ein Abt mit hohem moralischem Anspruch, der sich die Eltern teilweise vergrätzt, indem er ihnen vor Augen führt, dass bei allem Krieg auch an diejenigen gedacht werden muss, denen es schlechter geht als einem selbst.

 Es ist ein toller, ein sehenswerter, sensibler Film, der auch starke autobiografische Züge von Louis Malle trägt. Sicher ist dies auch einer der zeitlosen, der ganz großen Filme.

‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ – Film von Garth Jennings

Jaaa, bunt war dieser Filmemonat, wenn ich mir das so vor Augen führe… Nachdem wir ja neulich auf unserem roten Sofa schon das Buch von Douglas Adams gelesen hatten, tauchte als Nächstes der Wunsch auf, nun auch den Film zu sehen. Aber, ach ich weiß nicht… Ich fand ihn dann doch ein wenig sehr albern, was man vielleicht bei allen witzigen Einfällen auch dem Buch nachsagen könnte. Geblieben an Gedanken ist bei mir an sich nichts. Drum decke ich den Mantel des Schweigens über dieses letzte Kapitel und hoffe, dass ich nicht vergesse, die Fortsetzungen dieser Anhaltergeschichte besser auszulassen.

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