‚Noah‘ – Film von Darren Aronofsky

Veröffentlicht: 11. April 2014 in Filme, Isländisches, Kino, Kultur

Die Filmszene hat ja wohl momentan einen Narren an Island gefressen – schon wieder ein Film, der dort gedreht wurde… Aber das war ganz sicher nicht der einzige Grund, uns diesen Film anzuschauen.

Von Darren Aronofsky hatte ich ja vor einiger Zeit ‚Black Swan‘ gesehen, schon allein deshalb war ich neugierig. Aber auch auf Emma ‚Hermine‘ Watson war ich es. Diese sehr intelligente junge Frau hat mich schon in den Harry-Potter-Filmen schwer beeindruckt. Was die schauspielerische Leistung angeht, wurde ich denn auch nicht enttäuscht. Am meisten hat mich jedoch Logan Lerman, der Darsteller des Sohnes Ham beeindruckt, der ja auch als Percy Jackson unterwegs ist. Hier war er sehr überzeugend als Sohn, der zwischen der Liebe zu seinem Vater und dessen Auffassung, Gott habe es wohl nicht gewollt, dass die Menschheit weiter besteht, wenn er ihn und seine Familie mit drei Söhnen und einer Ziehtochter, die aber durch eine schwere Verletzung am Unterleib wohl kaum Enkel bescheren könnte, mit dem Bau der Arche beauftragt. So sorgt Noah dann streng dafür, dass eben auch der halbwüchsige Ham sich kein Mädchen an Bord der Arche holt. Sein kleiner Bruder ist ohnehin noch nicht im zeugungsfähigen Alter, und sein älterer Bruder, der mit seiner Stiefschwester zusammen ist, hat sich in das Schicksal gefügt. 

Douglas Booth und Emma Watson in ‚Noah‘; Quelle: Filmstarts.de

Der Film bleibt bis zum letzten Moment dennoch rasend spannend, denn Noah hadert sehr mit seiner Aufgabe, in Gottes Auftrag zu handeln, und das hieß, bevor die Arche anfing zu schwimmen, zu verhindern, dass andere Menschen sich vor der Sintflut auf sein Schiff retteten. Insofern wäre es denn auch ungerecht gewesen, seine eigene Familie zu retten und zudem für Nachwuchs zu sorgen. 

Diesen Konflikt gibt es aber so in der Bibel gar nicht! Denn Noah betritt die Arche mit seiner Frau, seinen drei Söhnen und deren Frauen: alle drei Söhne jedenfalls zeugen Nachkommen, das sind dann die drei Völkerstämme, Semiten, Hamiten und Jafetiten. 

Insofern ist dieses Drehbuch dann doch eher Fiktion und keine bibeltreue Nacherzählung von Noahs Geschichte. Das hatte mich dann etwas enttäuscht.

Auch merkwürdig, irgendwie auch etwas lächerlich fand ich die gefallenen Engel als Steinwesen, die beim Bauen und Verteidigen der Arche dem Noah zur Seite stehen. Da muss ich sagen, habe ich mich wie in einem schlechten Fantasy-Film für Kinder ab 6 Jahren gefühlt. Keine glückliche Entscheidung, die gefallenen Engel auf diese Weise darzustellen…

Wegen der schauspielerischen Leistungen fand ich den Film dennoch einigermaßen sehenswert. Von Logan Lerman werden wir ganz sicher noch mehr sehen und hören, von Emma Watson bestimmt ebenfalls, um nur zwei Namen herauszugreifen. Die Geschichte und Noahs Konflikt waren sehr spannend, doch darf man nicht erwarten, eine Geschichte aus der Bibel zu sehen. Dafür weicht sie zu stark und in wesentlichen Punkten von der ursprünglichen Story ab.

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