‚Die Erfindung der Liebe‘ – Film von Lola Randl

Veröffentlicht: 7. Mai 2014 in Filme, Kino, Kultur

Ich glaube, es wäre vielleicht ein öder Film geworden, bzw. nicht ganz so öde, da die schauspielerische Besetzung sehr gut gewesen wäre, wenn nicht der Todesfall der Hauptdarstellerin Maria Kwiatkowsky während der Dreharbeiten zu einer Dreh-Unterbrechung geführt hätten. Doch was dann aus dem Vorsatz, den Film nach diesem Schock und der damit verbundenen Drehpause zuende zu bringen, entstanden ist, ist – genial!

Eigentlich hätte der Film davon handeln wollen, dass ein junges Pärchen beschließt, sich an dem Besitz einer todkranken Millionärin zu bereichern. Dazu sollte der junge Mann sich mit dieser verheiraten. So weit gelingt der Plan auch, doch als sich die Millionärin und der Junge tatsächlich ineinander verlieben, gerät die Geschichte aus dem Ruder. Es entsteht eine Dreiecksgeschichte mit Folgen für alle Beteiligten.

Das Drehbuch wurde umgeschrieben – ein ‚kurzerhand‘ habe ich hier weggelassen, denn das ist schon ein ziemlich genialer Schachzug, der da passiert ist – und es wurde ein Film daraus, der von einem Film handelt, dessen Hauptdarstellerin während der Dreharbeiten stirbt, und die nun von der Praktikantin gedoubelt wird. Doch damit nicht genug – ‚Die Erfindung der Liebe‘ handelt denn auch von Liebe und Liebschaften unterschiedlichster Ausprägungen vor der Kamera, was allerdings ‚hinter der Kamera‘ ist und vor der Kamera der Kamera (auf der Handlungsebene des Filmes). Dass die Praktikantin die Hauptrolle übernimmt, obwohl sie außer einem Pantomimekurs keine schauspielerische Erfahrung besitzt, wird denn auch von den anderen Schauspielern kommentiert, so sagt die Claudia (dargestellt von einer tollen Sunnyi Melles), ‚klar, die Schauspielerin stirbt, dann wird eben die Praktikantin genommen, ist doch egal, klar, Schauspieler sind ersetzbar!‘. Und da dieser Personenwechsel derart offen geschieht, ist das tatsächlich überhaupt kein Problem! Dieser Plan geht supertoll auf.

Maria Kwiatkowsky und Mario Adorf in ‘Erfindung der Liebe’; Quelle: Filmstarts.de

Die Ebenen werden mit einer Spielfreude und -lust gewechselt, die absolut Laune machen. So bittet die Regisseurin des Filmes im Film Mario Adorf spontan um einen Kuss – und mir scheint, dass vielleicht einige der Dialoge improvisiert wurden, aber wenn nicht, wirken sie einfach total frisch – den sie auch mit dem Kommentar vom Adorf bekommt: ‚Du weißt aber schon, dass das dann ein Filmkuss ist!‘ – was es denn auch wird. Super Szene!

Maria Kwiatkowsky – zu Recht hat sie einige Preise für andere Rollen bekommen – war eine begnadete Schauspielerin, frisch, frech, ungewöhnlich, und es wäre ungemein schade gewesen, wenn die schönen Szenen mit ihr nie gezeigt worden wären. Sie hat uns sehr berührt, z.B. als sie einen Song von Sonny James singt. So verletzt und verletzlich, so echt singt sie von dem Beginn einer Liebe, dass es uns tief ins Herz ging.

Es ist ein toller Film, der Maria Kwiatkowsky ein Denkmal setzt – und vielen Dank an die Drehbuchschreiber, die den Film nicht besser hätten retten können!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s