‚Bartimäus – Das Amulett von Samarkand‘ – Roman von Jonathan Stroud

Veröffentlicht: 29. Mai 2014 in Bücher, Kinderkultur, Kultur, Literatur

Dieses Weihnachtsgeschenk hat mein Sohn verschlungen und es mir dann zum Lesen empfohlen. Und da ich keinerlei Scheu vor Dschinns und anderen Wesen habe, bin ich der Empfehlung gern nachgekommen…

Die Zauberer, die wie Harry Potter und Co. in England in der Gegenwart leben, sind in diesen Büchern die Herrscher über die Menschen, auf die sie herabsehen. Überhaupt ist es ein ganz unangenehmes Völkchen, sie sind arrogant, karrieregeil, besserwisserisch und bilden sich so einiges auf ihr zauberisches Können ein.

Nur eines ist ihnen verwehrt: Sie dürfen keine eigenen Kinder bekommen, sondern diese werden auf nicht näher erklärte Weise den Menschen entwendet (oder diese geben die Kinder freiwillig her) und dann von Zauberern, ob sie wollen oder nicht, zur Ausbildung zugeteilt. Auch Mr. Underwood ist so ein Unglücksrabe. Denn er hält sehr viel von sich selber, hat aber auf Kinder keinerlei Lust. Und so erkennt er die große Begabung, die in seinem Zögling Nathanael steckt, gar nicht…

Nathanael aber ist ein sehr begabter Zauberlehrling, nur, dass das keiner merkt. Ehrgeiz und Arroganz sind ebenfalls zwei seiner eher unangenehmen Eigenschaften. Was ihn dazu verleitet, im Alleingang einen Zauberer, der durch dessen überheblichen Verhalten zu seinem Widersacher wird, zu piesacken. Zu diesem Zweck beschwört er den wortgewandten und gewitzten Dschinn Bartimäus herauf. Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf…

Das Buch ist im Wechsel aus Bartimäus‘ und Nathanaels Sicht geschrieben, und so sind es gleich zwei Charaktere, der eine eine etwas unangenehme Gestalt, der andere ein uralter Geist mit viel Erfahrung, aber auch Esprit; Widersacher sind auch sie, wenn auch durch unsichtbare Bande miteinander verbunden. Bartimäus hat so einen erfrischend distanzierten Blick auf die Zaubererwelt und löst die ihm gestellten Probleme mit Witz und Verve, das hat viel Spaß gemacht. Auch die Handlung ist spannend. Einzig die Sache mit den Toten ist wie immer ein Aspekt, der mir nicht gefiel – hier nicht, wie ja anderswo auch nicht.

Doch wenn es den Kindern Spaß macht, diese Bücher zu verschlingen – sollen sie machen, unbedingt! Lesen ist einfach unglaublich wichtig, und das Wichtigste ist, es zu tun. Immer und immer wieder.

 

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