Ernstalbrecht Stiebler und Co im AckerStadtPalast, Berlin

Veröffentlicht: 31. Mai 2014 in Kultur, Musik, Reisen

Ich bin zu selten in Berlin, wozu ist das wohl gut? Zu nichts, wie ich jetzt wieder bei meinem Berlin-Besuch festgestellt habe.

Nicht nur, dass es schade ist, dass ich meine Berliner Freunde so selten sehe, sondern auch dieser Mikrokosmos an Kultur, der sich an jeder Ecke in Berlin findet, ist immer wieder und mehr als einen Besuch wert. So findet sich der Eingang zu einem der vielen eher improvisierten Veranstaltungsorte zwischen dem ‚Schokoladen’ und dem ‚Club der polnischen Versager’ in einem Hinterhof, der nicht an Acker, nicht an Palast, aber in etwa an Stadt erinnert: dem AckerStadtPalast.

Hier gab es an diesem Wochenende Ende Mai ein kleines Festival mit moderner Musik, anlässlich und zu Ehren des 80. Geburtstages von Ernstalbrecht Stiebler, diesem sehr sympathischen älteren Herrn, der leger sein Cappy trägt. Es wurden Werke von den Freunden und Wegbegleitern Stieblers gespielt, und zwar von anderen Freunden und Begleitern der Avantgarde.

Nicht leicht zu hören für ungeübte Ohren wie die meinen, doch immer interessant. So hat mich z.B. die Komposition von Hauke Harder (HCDE für Flöte und Zuspielband) beeindruckt, in der der Flötist (Erik Drescher) gegen – oder mit einer Aufnahme der ersten Flötenstimme vom Band spielt. Diese Aufnahme aber wurde fein bearbeitet und also noch verbessert gegenüber der eigentlichen Aufnahme – der Flötist spielt gegen und mit einer sozusagen geklonten Ausgabe seiner selbst. Natürlich geht es nicht darum – es geht um Präzision und Rhythmus, und doch, auch dies ist dem Werk inne.

Ein Stück von Stiebler wurde ebenfalls gespielt: Das Klavierstück ´87, am Klavier, in der eine Reihe von Tönen – minimalistisch unbedingt – in verschiedenen Tempi wiederholt wurden. Beeindruckend am Flügel: Genevieve Foccroulle. Es konzentrieren sich die Sinne auf diese Abfolge weniger Töne – und das ist schön.

Am nächsten Abend dann: Höhepunkt für mich war die Improvisation von Ernstalbrecht Stiebler am Flügel und Agnieszka Dziubak am Cello, in der sich die Töne binden, sich hin- und herbewegen durch den Raum in einer belustigenden (nicht von lustig, sondern eher von lustvoll) Atmosphäre – schön! Und wieder tritt das Phänomen ein, das ich so sehr mag: meine Konzentration wird Inspiration, es tut gut, diese Musik zu hören und das Außen für einen Moment auszublenden.

Das war einfach nur gut. Und schön. Mehr!!!

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