‚Matrix‘, ‚Matrix Reloaded‘ und ‚Matrix Revolution‘ – 3 Filme von den Wachowski-Geschwistern

Veröffentlicht: 13. Juni 2014 in Filme, Kultur

 Diese Trilogie musste jetzt einfach sein, nicht nur, wenn sich der Sohnemann für virtuelle Realitäten interessiert…

Auch mich fasziniert der Stoff immer wieder. Die Idee, dass unser aller Realität vielleicht gar nicht echt ist, sondern nur eine Fiktion von irgendjemand anderes oder irgendetwas, ist ja nicht neu. Bevor der Begriff ‚virtuelle Realität‘ auftauchte (ich glaube, ich habe von diesem Begriff ca. 1992 erstmalig gehört), gab es schon andere, die sich mit dieser Art Stoff beschäftigt haben. Da gab es auch einen Film von Rainer Werner Fassbinder ‚Welt am Draht‘, ohja, den wollen wir uns auch anschauen…

Carrie-Anne Moss, Keanu Reeves, Laurence Fishburne und Monica Belucci in ‚Matrix Reloaded‘; Quelle: Filmstarts.de

Nun aber zu diesen Filmen: ich bin ja keine Freundin von Kämpfen, Ballern usw., aber in diesen Filmen fand ich das irgendwie akzeptabel. Vielleicht wegen der Ästhetik, die diese Kämpfe haben? Keanu Reeves’ schwarzer Mantel, mit dem er in japanischer Kampfkunstmanier seinen Gegnern ein ums andere Mal standhält, hat schon was, auch die Bewegungen, die zum Teil zwischendurch in Zeitlupe abgespielt werden, sind sehr ästhetisch und einfach gelungen. Die Ausstattung der Filme hat ebenfalls einen großen Reiz: Zion, die Unterwelt in all ihrer Schäbigkeit aber auch ihrer Größe im Untergrund ist wunderschön beleuchtet – eine Augenweide! Dazu die Technik – alles Virtualität in reinstem Kulturformat – hat beeindruckt. Die Handlung dazu: Der Mensch wird von Maschinen zur Energiegewinnung ausgenutzt in einer höchst bedrückend anmutenden demütigenden Form. Um diese Belastung überhaupt ertragen zu können, wird den Menschen ihre Lebensrealität mittels der Matrix – das ist der Name der virtuellen Realität – vorgegaukelt. Wer aus welchen Gründen davon erfährt, will nicht zurück, allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel: manche Menschen stellen den virtuellen Lebensgenuss über das reale Elend, sich in der Untergrundbewegung mehr schlecht als recht durchzuschlagen.

Ich glaube, es werden unglaublich viel mehr kulturelle Bezüge in diesem Film hergestellt, als ich überhaupt erfassen könnte, was aber einen sehr großen Reiz ausmacht. Es gibt Bezüge zu allen großen Mythen, zur Religion, philosophische Zitate, aber auch literarische – z.B. auf ‚Alice im Wunderland‘ – somit verfügt das Werk auch über eine gewisse kulturhistorische Tiefe und untermauert vielleicht in gruseliger Form die Theorie, dass auch wir alle in der Matrix wohnen. Sogar das Ende (des dritten Teils) nimmt durchaus Bezug auf die Religion.

Das haben die Wachowski-Brüder (nunmehr ja Geschwister) ziemlich toll gemacht… Hut ab vor diesem großen Meisterwerk! (Dass ich ja nicht nur Bewunderung für die Wachowskis habe, habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt – Cloud Atlas, finde ich, war in meinen Augen kein gelungener Film, trotz seiner Ästhetik).

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Kommentare
  1. Maren Wulf sagt:

    Liebe Eva, deine Kritik macht mich neugierig auf die Filme. Ich hab mit virtuellen Realitäten nicht allzu viel am Hut, aber das hört sich doch sehr spannend an. Vielen Dank für die Horizonterweiterung!

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