‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘ – Film von Josh Boone

Veröffentlicht: 9. Juli 2014 in Filme, Kino, Kultur

Dies ist ein anrührender Film, ein anrührender Stoff, in dem wichtige Fragen erörtert werden.

Die 16jährige Hazel hat seit drei Jahren Krebs, und wenn etwas klar ist, dann, dass ihre Lebenszeit sehr begrenzt ist. Ihre Zeit verbringt sie überwiegend genau mit der Auseinandersetzung dieses Sachverhaltes, bis sie in einer christlichen Selbsthilfegruppe den ebenfalls von Krebs befallenen Augustus, der jedoch seine Krankheit fürs Erste besiegt zu haben scheint, kennen und lieben lernt. Und trotz der vielen Gemeinsamkeiten, die die beiden teilen, gibt es auch einen Gedanken, der sie trennt: nämlich den, welchen Platz sie denn in der nahen Zukunft einnehmen wollen, wenn sie nicht mehr sind. Während Augustus gern auch in der Zukunft in den Köpfen der geliebten Menschen weiterleben will, sieht Hazel das anders: für sie ist es wichtig, dass das Leben für die anderen weitergeht, auch wenn sie aus dem Leben scheidet. Ihr Lieblingsbuch, das sie immer und immer liest und auch von einem krebskranken jungen Mädchen handelt, hat für sie genau diesen Mangel: der Roman endet mitten in einem Satz, gerade so, wie das Leben des Mädchens abrupt endet. Doch Hazel interessiert sich auch für das Schicksal der anderen Protagonisten, deren Leben ja weitergeht: kommt die Romanze zwischen Blumenmann und der Frau zustande, wie geht es weiter mit den anderen? Das interessiert sie so sehr, dass sie bislang vergeblich den Kontakt zum Autor sucht, um diese Fragen beantwortet zu bekommen.

Ansel Elgort, Shailene Woodley in ‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘; Quelle: Filmstarts.de

Als sie dank ihres neuen Freundes tatsächlich nun die Möglichkeit hat, mit ihm und ihrer Mutter ins ferne Amsterdam zu reisen um ihn aufzusuchen, ist sie glücklich – und ist Glück nicht ein Zustand, der nichts mit Zeit zu tun hat? Ihre Reise – die für sie und ihren Freund zudem sehr romantisch ist – ist wie der Aufbruch ins Leben, und wunderschön zu sehen, mit welchem Genuss sie einhergeht.

Der Besuch beim Autor dagegen ist eine herbe Enttäuschung: er hat im Grunde genommen nach dem Tod seines eigenen Kindes sein Leben nicht mehr fortführen können. Vollständige Stagnation, man möchte sagen: dies ist doch kein Leben…

Und so geht es immer hin und her: Was ist nach dem Tod? Und was davor? Ist es wichtig, alt zu werden? Wie intensiv kann ein Leben sein, wenn doch das Ende so greifbar nah ist?

Es war ein schöner, anrührender Film, und einer, der sich unbedingt dem Leben verschreibt, auch wenn der Tod in ständiger Präsenz nebenher läuft –oder vielleicht gerade deshalb….

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