‚Leon und Louise‘ – Roman von Alex Capus

Veröffentlicht: 25. Juli 2014 in Bücher, Kultur, Literatur

Die Geschichte dieses Buches ist schnell erzählt: In früher Jugend treffen Leon und Louise aufeinander, der erste Weltkrieg sprengt ihre Schicksale jedoch im wahrsten Sinne des Wortes in verschiedene Richtungen. Nach langer Zeit – Leon ist mittlerweile verheiratet – läuft er der totgeglaubten Louise in Paris zufällig über den Weg. Doch aus verschiedenen Gründen, die nicht weiter ausgeführt werden – und die mich aber wirklich interessiert hätten – bleibt es bei einer kurzen Romanze und dann bei jahrzehntelangem Schmachten. Leon trennt sich nicht von seiner Frau, und Louise vermeidet und verbietet es, sich mit Leon zu treffen. Warum? Dann, als sie im zweiten Weltkrieg für sehr lange Zeit in Afrika festsitzt, beginnt sie, ihm Briefe zu schreiben – warum?

In Rezensionen wird von einem sensiblen Umgang miteinander gesprochen: Leon ist seiner Frau Yvonne gegenüber viel zu loyal, um sie zu verlassen, wobei eine innere Emigration dennoch stattfindet. Louise will die Ehe nicht stören, heißt es. Wie langweilig! Ich meine, spannender wäre doch gewesen, wenn sie sich aus ihrem Freiheitsdrang heraus nicht binden wollte, aber das wird im Roman so nicht ausgeführt. Einzig Yvonne, die nicht ihren Mann verlieren möchte, ihn aber auch nicht gegen seinen Willen festhalten will, empfinde ich als einigermaßen authentisch, mit Ausnahme ihres Schlusses vielleicht.

Warum dieser Roman überhaupt? Der Leon führt im Grunde genommen so ein langweiliges Leben. Ist während des zweiten Weltkrieges im Innendienst der Polizei vergleichsweise gut aufgehoben, zeugt in einer Tour Kinder mit seiner Gattin und denkt viel an Louise. Warum? Und Louise: Warum will sie ums Verrecken ihre Liebe mit Leon nicht leben?

Ich glaube, diesen Roman habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich fand es eher unglaubwürdig, dass beiden diesem Hirngespinst einer Liebe hinterher hängen, ich fand auch die Persönlichkeiten nicht überzeugend gezeichnet, weder von Leon noch von Louise oder der Gattin Yvonne (wie gesagt, die noch am meisten). Vielleicht kommen die Ideen ja noch später zu diesem Buch, manchmal begreife ich das Geniale erst etwas später. Aber noch warte ich drauf.

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