Filme zuhause geguckt: August

Veröffentlicht: 25. August 2014 in Filme, Kultur

‚Short Cuts‘ – Film von Robert Altman

Ja, das ist ein großer Film, allein schon das Drehbuch ist raffiniert: Erzählt wird von einer Handvoll Menschen in einer amerikanischen Stadt und die mehr oder weniger in Kontakt miteinander kommt. Eingeklammert ist die Geschichte durch zwei Ereignisse in der Natur. Das hohe Aufkommen von Fruchtfliegen macht einen nächtlichen Insektentilgungssprühflug notwendig, und am Ende steht ein Erdbeben. Doch auch die Menschen fühlen Beben in sich, Wut, Sprachlosigkeit, verletzte Gefühle und begehen verletzende Taten. Über allem schwebt so eine Gefühlskälte, die es unmöglich macht, Wege des Verständnisses oder Wärme im Umgang miteinander zu zeigen. Es ist ein bedrückender Film, gleichwohl beeindruckend. Es war gut, diesen Film nach fast 20 Jahren – denn so alt ist er schon -, noch einmal zu sehen.

 

‚Vier Hochzeiten und ein Todesfall‘ – Film von Mike Newell

Doch andere alte Filme erweisen sich nunmehr nicht nur als wertlos, sondern als grottenschlecht: Dieser hier beispielsweise. Ich hatte ihn als ‚ganz amüsant‘ in Erinnerung, aber das kann ich nun nicht mehr nachvollziehen. Charles (Hugh Grant) verliebt sich in eine Frau (Annie McDowell), der er auf zwei Hochzeiten begegnet. Sie erscheint immer, einfach so, und es scheint auch niemals irgend jemand genau zu wissen, zu wem sie gehört. Eine große Unbekannte, die sich äußerst schizophren verhält. Wer hat denn dieses beknackte Drehbuch geschrieben? Ich war diesmal ziemlich entsetzt, dass ich diesen Blödsinn mal unterhaltsam gefunden habe. Ich fand ihn einfach nur oberflächlich und dumm.

 

‚Der Kontrakt des Zeichners‘ – Film von Peter Greenaway

Ein einziges Rätsel, ästhetisch und gleichzeitig raffiniert, kommt hier daher. Ich weiß nicht, ob man diesen Film überhaupt entschlüsseln kann: Wer ist hier Opfer einer Intrige, eines Mordes? Oder ist es ein Zufall, dass sich die Gelegenheiten so ergeben, und man diese nur geschickt auszunutzen weiß? Es ist ein ganz eigenwilliges Filmereignis, dieser Film, und darin ist Greenaway, dessen Filme ich nicht alle gleich gut ertragen kann, ja ohnehin bekannt. Ich mag auch immer wieder gern die Musik, die Greenaway einsetzt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Wes Anderson, der ja derzeit einer meiner Lieblingsfilmemacher ist, ziemlich viel von Greenaway gelernt hat.

 

‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ – Film von Harold Ramis

Noch ein Film mit Annie MacDowell, der dritte in diesem Monat. Reiner Zufall. Ich finde, dass Annie MacDowell zwar ganz gut aussieht, aber ob sie für mich eine gute Schauspielerin ist oder einfach nur undankbare Rollen spielt, weiß ich nicht. Oder eigentlich weiß ich das doch: Die Rollen sind an und für sich wahre Schätze. Aber was macht sie daraus? Nee. Ich bin kein Fan von ihr!! Dann schon eher von Bill Murray, allein schon, weil er unglaublich überzeugend unglücklich gucken kann.

Ich meinte, diese amerikanische Komödie wäre doch ganz gut mal wieder zu gucken, aber ein wenig enttäuscht war ich am Ende doch. Dieser Film hat mit seinen endlosen Wiederholungen ermüdende Längen, so als wäre man selbst in dieser Zeitschleife gefangen. Ich fand den Film tatsächlich nunmehr nicht mehr so spannend, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Obwohl er unbedingt was hat!

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