‚Im Labyrinth des Schweigens‘ – Film von Giulio Ricciarelli

Veröffentlicht: 22. November 2014 in Filme, Kino, Kultur

Die Themen aus dem zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung lassen mich nicht so recht los. Und so kam mir dieser Film ganz zupass. Ich habe nicht gewusst, dass 1958 – das ist das Jahr, in dem dieser Film spielt – der Nazi-Geschichte und die Judenverfolgung in Deutschland drohte, in Vergessenheit zu geraten: Obwohl, klar: Die ehemaligen Soldaten oder in anderen Positionen im 2. Weltkrieg befindlichen Personen waren überwiegend damit beschäftigt, ihre eigene (Nazi-)Vergangenheit zu verdrängen. Und die Kriegs- und Nachkriegskinder erhielten in den Schulen keine Informationen, was im 2. Weltkrieg in Deutschland abgegangen ist. So ist dem jungen Staatsanwalt mit einem für Juristen einigermaßen gesundem Rechtsempfinden (Alexander Fehling – ein toller Schauspieler), Jahrgang 1930, Auschwitz nicht im Geringsten ein Begriff. Erst als er ein Auschwitz-Opfer kennenlernt, das einen ehemaligen KZ-Wächter wiedererkannt hat, erfährt er von den Gräueln der Judenverfolgung. Zu diesem Zeitpunkt sind die ganz großen Nazi-Schergen in den Nürnberger Prozessen schon verurteilt. Die Straftaten ansonsten sind bereits verjährt, bis auf eine: Mord. Und so macht sich der Staatsanwalt ans Werk, um Opfer anzuhören, die im KZ Morde beobachtet haben, um dann die Täter – ganz ‚normale‘ Bürger – aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Das Ganze passiert jedoch nicht ohne große Widerstände in der Politik und Gesellschaft zu überwinden, denn im Grunde wollen alle lieber vergessen und verdrängen als sich mit den fürchterlichen Verbrechen auseinander zu setzen.

Filmszene aus ‚Im Labyrinth des Schweigens‘ mit Alexander Fehling als Fahndender Staatsanwalt. Ein Riesenberg Arbeit zu einem fürchterlichen Thema wartet auf ihn. Bildquelle: Filmstarts.de

Das hat mich sehr berührt. Die Mörder waren – und sind es vielleicht noch immer – unter uns. Es ist eine beispiellose Tat gewesen, diese Verbrechen aufzurollen, um wenigstens postum den Hinterbliebenen gerecht zu werden – was nur eine Annäherung gewesen sein kann.

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