‚Fack ju Göhte‘ – Film von Bora Dagtekin

Veröffentlicht: 1. Februar 2015 in Filme, Kinderkultur, Kultur
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Der Kleinkriminelle Zeki Müller ist grad aus dem Knast raus, und nun will er seine Diebesbeute zurück, die seine Freundin, eine Prostituierte, für ihn vergraben hat – neben einer Schule, auf einer Baustelle. Das war vor 14 Monaten. Jetzt steht da die neue Turnhalle! Und Zeki Müller will das Geld, wozu er den Generalschlüssel der Schule braucht…

Filmszene aus ‚Fack ju Göhte‘ mit Elyas M’Barek; Quelle: Filmstarts.de

Also lässt er sich anstellen, hatte sich zwar auf die Hausmeisterstelle beworben (die war aber aus Kostengründen gestrichen worden), bekam aber stattdessen die Lehrerstelle. Was soll’s. Muss halt gehen, auch wenn er noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss hat….

Also erstmal: Eine lustige Handlung, in der besagter Zeki Müller (Elyas M’Barek) auf eine kleine tragische Referendarin (die wunderbare Karoline Herfurth) trifft; es entsteht zunächst eine Zweckgemeinschaft. Was aber die Größe dieses Films ausmacht, sind die Lehrmethoden, die der Zeki in einer nicht unterrichtbaren zehnten Klasse anwendet. Diese asozialen und über alle Grenzen hinausgehend frechen Kids sehen für sich keine Zukunft, haben kein Ideal, folgen keinerlei Gesetzen oder Grenzen. Das alles kennt Zeki Müller aus eigener Anschauung, er weiß, wie es sich anfühlt, wenn niemand an einen glaubt, und dass man am Besten Drogendealer wird, um  einfach und effektiv an Geld zu kommen. Und er erkennt seine Aufgabe, der er sich hingebungsvoll widmet: diesen Kids die Augen zu öffnen, ihnen Ziele und Ideale zu geben, eben all das, was ihm als Jugendlicher verwehrt blieb. Dass das nicht mit den herkömmlchen Unterrichtsmethoden möglich ist, ist eigentlich fast logisch.

Eine Exkursion, die sowohl auf den Kiez führt als auch zu einem Drogenabhängigen, der gerade auf kaltem Entzug ist und zu einer Familie von Hartz 4-Empfängern, der es egal ist, wenn der Hund auf den Teppich kackt, öffnet den Kids die Augen dafür, dass es höchste Zeit ist, sich mal auf den Arsch zu setzen und wenigstens einen Schulabschluss zu machen. Und eine Liebesgeschichte ist natürlich auch mit dabei…

Ich fand den Film ganz gut. Alles ist natürlich so auf witzig gemacht, aber wir wissen ja, es gibt solche Klassen oder einzelne Jugendliche, die ohne Ziel direktemang in eine Hartz-4-Karriere stolpern, und das ist megaschlimm. Insofern fand ich den Film, so witzig und politisch unkorrekt er auch in vieler Hinsicht sein mag, ziemlich gut! Jedenfalls stimmt die Einschätzung meines Sohnes nicht: Er dachte nämlich, manche Szenen wären zu hart und zu politisch unkorrekt für mich. Waren sie auch, und dennoch blieb es ein großer Spaß mit ernstem Beigeschmack. ‚Türkisch für Anfänger‚: mhm, mal sehen, diesen Film kenne ich ja auch noch nicht…

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