‚Ziemlich beste Freunde‘ – Film von Eric Toledano und Olivier Nakache

Veröffentlicht: 12. März 2015 in Filme, Kultur
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Diesen Film haben wir eigentlich erst vor kurzem gesehen, nun nochmal zuhause. Und er hat mir wieder wahnsinnig gut gefallen. Was braucht Phillippe, gelähmt ab dem 2. Halswirbel von oben und damit nicht mehr fähig, sich zu bewegen, wirklich? Einen Krankenpfleger oder jemanden, der Mitleid mit ihm hat, ist es jedenfalls nicht. In gewisser Weise ist es also kein Wunder, wenn der junge und irgendwie gestrandete Driess einen Job bekommt, auf den er sich nur pro forma beworben hatte. Denn er ist in keinster Weise professionell: Er ist kein Krankenpfleger, und auch sonst hat er mit sozialem Getue nicht viel am Hut; er ist mal grade genug damit beschäftigt, nicht wieder in kriminelles Millieu zu kommen, das ihm schon einmal eine Gefängnisstrafe einbrachte. Nein, professionell ist er nicht, nicht mal in der Wahl seiner Freunde, sondern einfach nur: einfach. Und genau das ist, was sich der schwerreiche Phillippe nicht kaufen kann: jemanden um sich zu haben, der einfach nur er selbst ist und ohne Hintergedanken einen freundschaftlichen Kontakt zu ihm pflegt. Driess ist einfach froh, dass er in der Stadtvilla unterkommen kann – seine Mutter hat ihn gerade auf die Straße gesetzt – und dazu ein Badezimmer für sich allein zu haben. Und auch, herauszukommen aus dem halbkriminellen Vorstadt-Paris.

François Cluzet und Omar Sy als ‚Ziemlich beste Freunde‘ – Bildquelle: Filmstarts.de

Im Grunde genommen ist es also eine Zweckgemeinschaft, die die beiden verbindet: Driess hilft Phillippe, indem er ihn im rechten Wortsinne festhält, wenn dieser es braucht, während Driess Abstand gewinnen kann und zudem einen Freund gewinnt, der ihm seelischen Halt gibt. Festhalten und feste halten eben.

Und dazu stellen die beiden fest, dass Unsinn machen und Spaß haben nichts ist, was einem seelisch Angeknacksten oder körperlich Defekten abgeht – und das haben sie dann beide zusammen, und nicht zu knapp, und wir vor der Glotze gleich mit.

Ein wunderbarer Film, auch zum zweiten Mal! Mit zwei wunderbaren Schauspieler (François Cluzet und Omar Sy) dazu!

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Kommentare
  1. Prem Kasina sagt:

    Kenn ich. Hat mir auch gut gefallen…

    • kutabu sagt:

      Die beiden Filmemacher haben ja gerade einen weiteren Film herausgebracht: ‚Heute bin ich Samba‘, wieder mit Omar Sy. Ich weiß aber noch nicht, ob ich mir den Film anschaue.

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