‚Verzauberte Zeit‘ – Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Veröffentlicht: 9. Mai 2015 in Ausstellungen, Kultur, Kunst

Die Ausstellung besteht aus einer Privatsammlung eines Schweizer Ehepaares, Athur und Hedy Hahnloser-Bühler. Und umfasst wichtige, wunderbare Werke von Vallotton, Vuillard, Manguin, Bonnard, Redon, Renoir, van Gogh, sogar einige Bronzen von Rodin, und ich habe hier ganz sicher nicht alle Namen aufgezählt. Der erste Eindruck war: Bunt. Die Bilder – die meisten, längst nicht alle!  – verbindet stimmungsvolle Landschaftsmalerei, ins Symbolistische übergehend, schwere Werke mit leichten Farben gemalt, in denen das Licht flimmert, als wäre man dabei gewesen. Besonders gefallen hat mir beispielsweise das Bild von der Segelpartie von Bonnard – das Licht hier ist derart gleißend dargestellt, es lässt sich beinahe nur anschauen, als würde man die eigenen Augen zusammenkneifen, um sie vor dem strahlenden Sonnenlicht zu schützen. Was zu sehen übrigbleibt sind Farben, Konturen, die ins Helle abdriften. Ich weiß nicht, wie der Künstler dieses Licht so gut hat wiedergeben können. Wie der Titel der Ausstellung schon sagt: Zauberhaft!


Von Renoir finden sich Gemälde, deren Bildaufbau, die Form der Landschaft, sich ausschließlich durch die flimmernde Farbkomposition ergibt. Nichts wird künstlich gehalten, alles ergibt sich aus den Farben, die der Impressionist zusammengesetzt hat. Das fand ich sogar immer noch ein wenig fremdartig, auch wenn mir Renoirs Bildwelt einigermaßen bekannt ist. Vielleicht habe ich die Bilder vorher nicht so genau gesehen.

Von van Gogh gab es ganze drei Bilder. Der Sämann, ein öfters gewähltes Motiv, ist ein großes Gemälde, das in der räumlichen Anordnung eigenwillig ist und zugleich das Feld als eine flimmernde Fläche übersetzt. Noch extremer: ‚Der 14. Juli‘ – den französischen Nationalfeiertag hat van Gogh durch das Herunterstürzen farbiger Bänder auf die Straße gedeutet  – ein Farbfeuerwerk aus fetten Pinselstrichen, die mir niemals sagen würden, wo die Grenzen der Malerei sein könnten.
Doch auch beinahe psychologisch anmutende Werke sind in der Ausstellung vertreten. Besonders gefallen hat mir die Bildreihe ‚Intimes‘ von Valotton. Die Druckgrafiken in nur schwarz und weiß geben eine ganz besondere Stimmung wieder. Konsequent ist auf Zwischentöne verzichtet worden; um so deutlicher tritt die Aussage in den Vordergrund.

Von Odilon Redon finden sich auch wunderbare Bilder wieder, die Motive – Blumen in diesem Falle – schälen sich heraus aus den Gefilden des Verschwommenen, als kämen sie aus einer Traumwelt.

Schade – ich hätte gern ein paar Photos, die ich mit meinem Handy in der Ausstellung gemacht habe, hier gezeigt, aber, nachdem ich vor einiger Zeit mal bei der Hamburge Kunsthalle nachgefragt habe, ob das erlaubt sei (und keine Antwort erhielt), habe ich nun in den FAQs gefunden, dass ich die Photos wohl machen darf, diese aber nicht im Internet veröffentlicht werden dürfen. Die hier gezeigten Bilder sind denn auch welche, die ich von der Website der Kunsthalle verlinkt habe, dort sind die Quellenangaben auch zu finden. Mehr Infos zu der Ausstellung finden sich hier.

Das sind nur ein paar Impressionen aus dieser Ausstellung. Die Sammlung wandert derzeit ein wenig aus einem traurigen Hintergrund, denn eigentlich gehören die Bilder in die ‚Villa Flora‘ in Winterthur. Nur wurden die öffentlichen Mittel gestrichen, um dies Museum (das vor wenigen Jahren in einem Teil der Villa eingerichtet worden war) zu betreiben. Was nach dem ‚Wanderjahr‘ mit den Bildern passiert, wie es weitergeht mit den Bildern, ist noch nicht geregelt.

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