‚Götter, Gräber und Gelehrte‘ – Ein Roman der Archäologie von C. W. Ceram

Veröffentlicht: 30. Mai 2015 in Bücher, Kultur, Kunst, Literatur

goettergraebergelehrteMeine jüngste Lektüre ist nicht nur eine Ausgrabung, sondern handelt auch noch von denselbigen…

Es war eine riesig gute Idee von meinem Schatz, dieses schwere Buch mit nach Kreta zu schleppen. Denn zur Vorbereitung des Besuchs von Knossos auf Kreta, der berühmten Ausgrabungsstelle nahe Heraklion, taugte es auch. Mich packte dieses Buch sofort, als ich die betreffenden Stellen zu Knossos über die Minoische Kultur las, und obwohl dieses Buch schwer (vom Gewicht her!) ist und es sich daher nicht unbedingt für die Handtasche zum In-der-Bahn-fahren eignet, obwohl es alt ist (wo hat Schatz es her? Wahrscheinlich von der Fensterbank unseres Lieblingskinos; ich hatte das Buch auch schon mal heiß von meinem Vater empfohlen und hingestellt bekommen, Anno 1981, anlässlich meines Besuchs der Tut-Anch-Amun-Ausstellung mit den Original-Schätzen, aber es hatte mich irgendwie nie gereizt, warum nur nicht…?), obwohl diese Ausgabe eine aus dem Jahre 1978 ist aus dem Verlag Volk und Welt (DDR!!!), mit einem Vorwort, das das Schlimmste befürchten ließ, also, obwohl so einiges gegen dies Buch sprach, sprach es doch derart zu mir, dass ich es jetzt endlich lesen wollte.

Ich habe es ganz sicher nicht bereut!!!

C.W. Ceram (das ist das Pseudonym von Kurt W. Marek, einem Kriegsbericherstatter, der im 2. Weltkrieg wohl auch einen Roman ‚im Geist der NS-Zeit‘ – so schreibt Wikipedia – verfasst hatte und daran nicht erinnert werden sollte) erzählt den Roman in vier Büchern, in jedem Buch geht es um eine andere Ausgrabungsstätte. Er rät, mit dem zweiten Buch über Ägypten zu beginnen, was ich brav getan habe, in dem er erzählt, unter welchen Schwierigkeiten es überhaupt noch möglich war, uralte Schätze oder Mumien zu bergen (endlich habe ich verstanden, wie das kleine Museum in Cortona – Toscana – vermutlich zu einer echten Mumie kam: Zu Beginn der Ausgrabungen konnten solche Schätze wohl ziemlich unbehelligt das Land verlassen, es wurde einfach nicht kontrolliert, was da exportiert wurde; heute wäre dies nicht mehr möglich und steht bestimmt unter Strafe). Die Schwierigkeit bestand darin, dass die Grabräuber meist schon vor den Archäologen die Schätze geplündert haben (es gab sogar einen ganzen Ort, deren Bewoher sich geschlossen der Grabräuberei verschrieben haben, und das ist erst durch einen Engländer aufgedeckt worden, der sich als sachverständiger Privatsammler auf der Suche nach antiken Gegenständen ausgab). Auch wurden die Mumien von Priestern ab einem bestimmten Zeitpunkt aus den Pyramiden in Verstecke gebracht, damit sie ihre Ruhe vor den Plünderern im Jenseits haben. Und dann erzählt Herr Ceram packend von dem größten und wichtigsten Fund: von Tut-Anch-Amuns Grab!

Es sind so viele kleine Geschichten, von Hobbyarchäologen und anderen Sonderlingen, die er zu den Ausgrabungen zu berichten weiß, von Freaks, die ihren normalen Berufen nachgingen und sich in ihrer Freizeit zu Experten einer bestimmten Zeitepoche ausbildeten, um später Ausgrabungen durchzuführen oder sich an die Entzifferung von Hieroglyphen oder Keil- oder sonstige Schriften zu wagen. Das fand ich alles nicht nur packend geschrieben, sondern zudem auch noch sehr interessant.

Wie beispielsweise Schliemann Troja fand und ausgrub: Er hat die Schriften der alten Griechen sehr ernst genommen und versucht, aus den Anhaltspunkten herauszufinden, wo Troja einst lag – und dies gelang!! Heinrich Schliemann selbst ist zudem eine schillernde Persönlichkeit, über die Ceram ausführlich beschreibt. Es blieb mir nur zu staunen.

Ceram hat mich überall mit hingeführt: Von Kreta nach Troja, von Ägypten ins Zweistromland und von dort nach Mexiko zum Reich der Maya. Ich könnte noch lange darüber schreiben, was mich alles in diesem Buch fasziniert hat, was mich zum Staunen gebracht hat, wo ich mich wie ein Zaungast fühlen durfte, der bei der Ausgrabung bedeutender Schätze dabei sein durfte. Aber ich bin nicht C.W. Ceram, und deshalb kann ich diesen Bestseller aus dem Jahre 1949 nur heute noch wärmstens empfehlen. Es erwartet den Leser nicht nur packende Literatur, sondern 1001 Geschichten, die aber alle auf wahren Begebenheiten beruhen und trotzdem doch wie aus einem Märchen klingen. Toll, einfach toll!

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