‚Im Tal des Todes‘ – Theaterspiel auf den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg

Veröffentlicht: 23. August 2015 in Kultur, Theater/Oper

Premiere! Hier war ich noch nie! Die Anreise war teuflisch – zwei Stunden im Berufsverkehr auf dem Ring 3 durch Hamburg gequält (da ja die Autobahn ab Bahrenfeld wegen der Riesenbaustelle nicht zu empfehlen ist, erst recht nicht in Stoßzeiten) und schließlich nach 2 Stunden auf dem allerletzten Parkplatz angekommen, Karten mussten auch noch ergattert werden (wir haben noch drei Plätze gekriegt, die gar nicht mal so schlecht waren), schnell noch ne Pommes, dann schön mit Sonnencreme eingeschmiert und Cappy auf – und dann ging es auch schon mitten hinein ins Tal des Todes…

Die Freilichtbühne unterhalb des schönen Kalkberges ist unglaublich groß, hoch und weit und gibt jede Menge Möglichkeiten, sich auszutoben. Da die Stimmen natürlich über Lautsprecher verstärkt wurden, konnte man dem Geschehen sehr gut folgen. Es ist kein Theater der kleinen Gesten und leisen Tönen, mit Effekten wird indes nicht gespart. Es wurde viel geritten in diesem wilden Western (was für tolle Pferde! Hut ab vor denen, die die Pferde dressierten, dass sie sich nicht vom Publikum oder von den vielen Schüssen, vom Feuer und der Musik verschrecken ließen, sondern immer sehr brav auch den Galopp absolvierten) – die Pferde haben mich beinahe am meisten gerührt dabei…

Die Effekte waren toll, im Grunde genommen hatte alles beinahe Spielfilmqualität, und das auf der Bühne… Die Stuntleute kamen beim Reiten, Kämpfen, beim Brennen und tiefem Fallen in tolle Aktion, und die Schauspieler waren überwiegend zu Pferd unterwegs. Toll! Schauspielern, reiten und dabei auch noch gut aussehen, ist durchaus eine Kunst (wie Jan Sosniok als Winnteou mit wehenden Indianerhaaren durch die Tribüne reitet, ist schon ziemlich sexy)! Viele der Schauspieler sind durchs Fernsehen bekannt, es sind viele Serienhelden und –innen dabei – ich kannte natürlich keine(n) außer vielleicht Barbara Wussow, aber die auch eher durch ihren Vater, von früher eben.

Das Stück war – ich sage mal: speziell. Und das musste es auch sein, weil es eben für die ganze Familie taugen sollte. Es gab Liebe, Schießerei piff paff puff, es gab dramatische Nahkämpfe, Feuer, Abenteuer und Klamauk in Form eines Heinz-Ehrhard-Zitats, das als Hans-Egon Winzigmann (gespielt von Patrick L. Schmitz) für harmlose aber nette Kapriölchen ein wenig Auflockerung in die spannende Handlung brachte. Dazu gab es eine dramatische Wendung sowie ethnologische Einlagen im Indinanerstyle. Und, nicht zu vergessen, erhabene Momente, wenn der Weißkopfseeadler über die Tribüne schwebt… Also, es war für jeden was dabei.

Theater im Freilichtstil vor riesig vielen Zuschauern (wenn auch nicht ausverkauft, so war diese Veranstaltung sehr gut besucht, das Wetter war ja auch grandios) muss schon auf ganz andere Weise statt finden, als in einem viel überschaubarerem Rahmen in einem geschlossenen Theater. Das ist auf jeden Fall gelungen, und das hat viel Spaß gemacht.

Das Ganze ist mit der superguten Organisation (man wird durch den Ort zu den kostenlosen! Parkplätzen geleitet), den moderaten Eintrittspreisen (maximal ca. 28 Euro), und den ganz normalen Imbisspreisen wirklich familienfreundlich und bleibt ein erschwingliches Vergnügen. Da ist denn auch noch ein Riesenbund Möhren – für die Pferde – drin, die Jan ‚Winnetou‘ Sosniok am Ende noch von einem Besucher in die Hand gedrückt bekam.
Mir hat es gefallen. Nächstes Jahr gibt es dann den Klassiker ‚Der Schatz im Silbersee‘, und es schaut ganz so aus, als würden wir wohl wieder dabei sein!

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