‚Winnetous Sohn‘ – Film von André Erkau

Veröffentlicht: 26. August 2015 in Filme, Kinderkultur, Kino, Kultur

Ist es nun Zufall? Oder Absicht, dass ich auf diesen Winnetou-Trip im wahrsten Sinne des Wortes herumreite? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Die Handlung dieses Kinderfilms fand ich jedenfalls derart sympathisch, dass ich meiner Familie Lust darauf machen konnte: Der 10jährige Max ist in seinem Herzen ein echter Indianer, was man ihm ansonsten eher nicht ansieht: Mit seiner Brille, den blonden Haaren und der milchweißen Haut sowie seiner Moppeligkeit ist er statt dessen der klassische Anti-Held. Das Indianersein gibt ihm aber eine Stütze und Anleitung, wie er mit seinen Gefühlen umgehen kann, als sich seine Elten trennen. Als er in einem Ferienlager den vorpubertierenden Morten kennenlernt, schafft er es auf seine Weise, den Jungen zu integrieren und mit ihm sogar (Indianer)-Freundschaft gegen die Unwägbarkeiten des Lebens zu schließen.

Lorenzo Germeno und Tristan Göbel in ‚Winnetous Sohn‘; Quelle: Filmstarts.de

Max hat ein Ziel: Er will die Rolle von Winnetous Sohn auf den Karl-May-Festspielen übernehmen, da der ursprüngliche Kinderschauspieler kurzfristig ausfällt. Dafür muss er trainiert werden, wozu er seinen neuen Freund gewinnen kann, aber auch seinen liebevollen Vater, der jedoch ein ganzes Päcklein mit Problemen mit sich herumträgt und auch unter der Trennung seiner Frau leidet. Aber Max schafft es, seine eigenen Ängste zu überwinden, und auch die Zweifel, die in ihm aufkeimen, als sein größter Unterstützer, nämlich sein Vater, kurzfristig in Lethargie verfällt.

Da gibt es wunderbare Szenen, wie beispielsweise die, in der Max (toll: Lorenzo Germeno) und Morten (Tristan Göbel) zusammen auf dem Gatter sitzen, das Morten noch rechtzeitig geschlossen hat, bevor die Pferde entfliehen, und die beiden sich einfach nur im stillen Einverständnis zunicken. Oder die Rückblenden mit Max‘ Vater, der ihm durch die Indianerbezüge in früher Kindheit Selbstbewusstsein gab. Leider gab es aber auch Szenen, die mich eher ärgerten, denn ich bin nicht sicher, ob die KInderzuschauer hier nicht vergackeiert wurden: Uwe Ochsenknecht als ‚General‘ bzw. als Regisseur lässt keine grobe oder gröbste Mimik aus, damit auch jeder versteht, wie lächerlich er sich gerade macht, mit Arnim Rohde als ‚Sheriff‘ verhält es sich kaum besser. Mortens Eltern werden derart überzogen bescheuert dargestellt, dass man nur glauben kann, beim Regisseur hackts. Ehrlich. Ein wenig mehr Authentitizität  und ein wenig weniger ‚kindgerechtes‘ Kino wären an dieser Stelle mehr gewesen. Die Stimmung und auch das Drehbuch tragen auch ohne solchen unentschiedenen Krempelkram durch die Handlung. Auch Kinder – grade Kinder! – haben ein Recht auf Wahrhaftigkeit, finde ich. Davon hat der Film genug zu bieten. Wenn Clowneinlagen, finde ich – und dagegen habe ich ja überhaupt nichts – dann doch bitte an richtiger Stelle.

Aber ich will nicht zu dolle meckern, denn de Film hat uns allen dreien insgesamt gesehen wirklich gut gefallen.

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