Florenz (3): Die Stadt

Veröffentlicht: 7. November 2015 in Ausstellungen, Gedanken, Reisen

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Florenz ist eine quirlige Stadt, eine Stadt, die laut ist und voller Touristen, selbst im Oktober. Durch den Verkehr hat sie durchaus weniger Charme als meine große Liebe Venedig. Aber faszinierend ist, dass das heutige Leben die alten Gebäude, die Palazzi und Kirchen, mit einbezieht. Es ist ein lebhaftes Nebeneinander verschiedenster Zeiten, Stile und Lebensgefühle. Auf der Straße finden sich Händler, die Gassen sind voller Läden, die um die Gunst der Touristen buhlen. So viele Lederläden! Ich frage mich, was davon echt ist, und was Nepp. Und dazwischen befindet sich dann ein Palazzo, oder man tritt auf einen Platz vor einer riesengroßen Kirche, die aus einer anderen Zeit und/oder Welt stammt. Dann gibt es auch an allen Straßenecken kleine Läden mit Eiscreme: die tollsten Sorten! Und überall schmeckt das Eis fantastisch – vermutlich, weil ich es hier esse, in dieser Zauberstadt.

Die Kirchen, die wir besucht haben, waren überwältigend. Manchmal waren es die Malereien wie beispielsweise die in den Mönchszellen in der Kirche Sankt Marco, die uns beeindruckt haben, oder, in der selben Kirche, der möglicherweise echte Umhang von Savonarola. Oder die Bücherei, in der allerdings nur ein paar wenige Bücher ausgestellt waren, diese waren dafür aber uralt und von Hand gepinselt – toll! In anderen Kirchen, wie Santa Croce, empfand ich das Raumgefühl durch die hohen Decken und den Lichteinfall als ganz besonders. Die Böden waren gepflastert mit Grabsteinen von einigen Persönlichkeiten, auch die Ausgestaltung der Gräber von Personen, die besonders geehrt wurden wie Macchiavelli, Michelangelo oder Galileo Galilei war beeindruckend.

Wir besuchten auch das Findelhaus, das Brunelleschi nach antiken Vorbildern entwarf, oder den Palazzo der Medici, der einen riesigen Saal und einen wunderschönen Innenhof besitzt – und zum Teil heute als Verwaltungsgebäude dient. Es gab wirklich sehr viel zu sehen und zu entdecken, die Skulpturen in der Akademia, wo auch Michelangelos David im Original zu sehen ist (eine Kopie steht auf dem Piazza della Signoria): Es hat mich ohne Ende fasziniert, wie Michelangelo es geschafft hat, das Material Marmor zu überwinden und eine Figur herauszuholen, die eine Leichtigkeit hat, die im krassen Gegensatz zum Material steht! Doch ich mochte auch Michelangelos Sklaven, die es nicht geschafft haben, den Stein ganz hinter sich zu lassen und in ihm für immer verbleiben – trotz des starken Ausdrucks dessen, was Michelangelo bereits herausgearbeitet hat.

Die Akademia ist überhaupt auch sehr empfehlenswert wegen der Gemälde. Immer wieder ist überraschend zu sehen, mit welcher Kreativität sich die Künstler der immer gleichen Themen angenommen haben.

Florenz, ja, das war ein toller Aufenthalt dort. Auch wenn unser Hotel, das sehr zentral lag, leider noch keine Heizung anstellen wollte und wir furchtbar gefroren haben. Und es gibt noch so viel mehr zu sehen: Beim nächsten Besuch will ich die Boboli-Gärten sehen, und auch das Viertel auf der anderen Arno-Seite lohnt sich noch weiter zu untersuchen. Die Atmosphäre um die Kirche Santo Spirito war sehr sympathisch. Und dies sind nur einige wenige Gründe von vielen, die Stadt noch einmal zu besuchen.

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