Literatur-Rückblick 2015

Veröffentlicht: 1. Januar 2016 in Bücher, Kultur, Kulturplan, Literatur

Auch dieses Jahr möchte ich mein Leseleben 2015 einmal Revue passieren lassen, oder doch wenigstens schlaglichtartig beleuchten, indem ich die Fragen der Buchsaiten beantworte:

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    * Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

Ich hatte vor mitlerweile 1 1/2 Jahren ein Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen, über das ich mich geärgert habe: ‚Die Geschichte von Zeb‘ von Margret Atwood. Ich mag die Bücher der Autorin, das war es nicht; aber die Schenkende war sich nicht bewusst, dass sie den dritten Teil einer Trilogie verschenkt hat! Daher musste ich erstmal ein wenig schmollen, denn natürlich fange ich Bücher – oder Trilogien – von vorne an! Zum Glück habe ich mir dann den ersten Teil ‚Oryx und Crake‘ besorgt, bald darauf den zweiten, ‚Das Jahr der Flut‘, um dann schließlich auch den dritten Teil ‚Die Geschiche von Zeb‘ zu lesen. Und war begeistert! Es ist eine nicht leicht verdauliche Dystopie, die Margret Atwood in dieser ‚Maddadam-Trilogie‚ entworfen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet  hat. Die Bücher sind harter Tobak, aber es ist wichtig, sich heutzutage mit möglichen Umweltkatastrophen, aber auch Regimehrrschaften auseinanderzusetzen, finde ich. Die Frage ist also nicht ganz richtig beantwortet, denn es ging nicht darum, dass ich  mir wenig versprochen hatte von der Lektüre. Es waren eher persönliche Gründe, die mich erst später zu dieser Lektüre brachten. Heute bin ich sehr dankbar über das Geschenk! Es war eine echte Entdeckung!

    * Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Insgesamt gesehen habe ich eher wenig Erwartungen auf ein Buch und lasse mich einfach mal ein. Dennoch gab es dieses Jahr einen Flop in meiner Lesereihe… Ich war im Herbst 2015 in Florenz, und weil mich die Zeit der Renaissance fasziniert hat, habe ich so einiges zu diesem Thema, was ich so finden konnte, gelesen. Unter anderem auch ‚Die Verschwörung von Florenz‘ von Jeanne Kalogridis. Das Buch hat mir nicht gefallen, weil es eine fiktive Geschichte mit Personen erzählt, die es tatsächlich gegeben hat. Die Personen haben jedoch eine ganz andere Biographie. So etwas mag ich überhaupt nicht! Schnell also bitte: Schwamm drüber!

    * Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ich habe einige neue Atoren entdeckt… Die tollste Entdeckung ist die georgische Autorin Nino Haratschwili, von ihr habe ich ‚Das achte Leben‘ gelesen. Das ist auch deshalb so erwähnenwert, weil es die Empfehlung einer Blogger-Kollegin war. Ein Buch also, das ich vielleicht nie – oder nicht so bald – entdeckt hätte, wenn ich nicht bloggen würde…

   * Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

qmrcunhtqkrornjk6t5c_9783945370032Gar keine Frage: mein Lieblingscover ist das des liebevoll hergestellten Buches des färöischen Autors Heðin Brú: ‘Vater und Sohn unterwegs’ aus dem Guggolz Verlag. Wunderschön, die schwebenden Wale auf dem blau-blauen Cover!

Der Verbrecher-Verlag hat ebenfalls ein wunderschönes kleines Büchlein herausgegeben: ‚Das Leseleben‘ von Giwi Margwelaschwili. Es glänzt mit wunderbaren Illustrationen von einem gewissen Zubinsky. Die Buchstaben, die er hier in dem Buch aufleben lässt, sind  großartige Charakterstudien – toll! Wie das ganze Buch sind auch die Illustrationen wirklich sehens- und lesenswert, zumal jedes der Bücher der 1.500 starken Auflage anders zusammengestellt wurde und somit ein Unikat ist. Ich bin eigentlich keine Bücherliebhaberin (mir geht es mehr um die Inhalte, und ich muss auch nicht jedes Buch besitzen, deshalb frequentiere ich sowohl meine hiesige Stadtbücherei ebenso regelmäßig wie Tauschticket), aber durch solche Bücher könnte ich es doch glatt werden!

* Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2016 lesen und warum?

9783462047264Also, ich habe habe von meinem Schatz zu Weihnachten in wunderschönes Buch bekommen, das will ich unbedingt so bald wie möglich lesen (vermutlich kann ich mein momentanes Leseprojekt heute noch abschließen… yeah!): Es ist ‚Das Schiff des Theseus‘ von V.M. Straka, aber eigentlich ist dieses Buch von J.J. Abrams und Doug Dorst, und es geht nicht nur um diesen Roman, sondern durch hinzugefügte Marginalien kommen zwei Leser dem Geheimnis des Übersetzers auf die Spur… Es ist mehr ein Objekt als ein Buch, das Buch selbst beinhaltet nicht nur eine Geschichte, es wird zur Geschichte selbst. Ich bin sehr neugierig auf dieses wunderschöne Buch, nicht zuletzt, da ich J.J. Abrams, der ja auch Regisseur von Star-Trek und dem Star Wars VII-Film ist, außerordentlich schätze. Ich werde bald davon berichten, hoffe ich!!!

Doch es liegt auch noch das neue Buch von Jón Kalman Stefansson ungelesen bei mir, ‚Das Seelenhaus‘ von Hannah Kent, und…: Thomas Mann: ‚Josef und seine Brüder‘. Das ist ein Riesenwälzer, an den ich mich schon aus rein quantitativen Gründen nicht herangewagt habe, denn es ist sehr groß und schwer. Quantitativ ist es allerdings vergleichbar mit dem Buch von Nino Haratschwili (s.o.), und das habe ich ja auch stemmen können. Ich mag Thomas Manns Sprache sehr. Mal sehen, ob ich mich dieses Jahr an ihn heranwage. Vielleicht sind meine Handgelenke durch ‚Das Schiff des Theseus‘ gestählt, das ist nämlich auch ein ziemlicher Brocken! Und dann mal sehen… meist kommen mir Bücher zwischen meinen Stapel ungelesener Bücher, denn ich lasse mich auch gerne mal (ab-)treiben! Also, wir werden sehen, wo es mich noch so hinweht – ich werde berichten!!!

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Kommentare
  1. Ich hab dieses Jahr ebenfalls die MaddAddam Trilogie gelesen. Ich hatte schon vor der Lektüre hohe Erwartungen an die Bücher, die Margaret Atwood dann noch übertreffen konnte.
    Welcher Teil hat dir denn am besten gefallen?

    Von Nino Haratischwili habe ich „Mein sanfter Zwilling“ im Regal stehen. Das will ich im neuen Jahr gerne lesen.

    LG, Katarina 🙂

    • kutabu sagt:

      Welcher Teil der Trilogie mir am besten gefallen hat, habe ich mich noch gar nicht gefragt… Wenn ich darüber nachdenke, fand ich den ersten Teil, Oryx und Crake, am besten.
      Bin gespannt, wie Du Nino Haratschwili findest. Ich fand die Sprache zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, elegant war das nicht. Sie hat sich aber dann gesteigert. Habe gerade erfahren, dass ihre Muttersprache nicht Deutsch ist, sie hat aber das Buch auf Deutsch geschrieben. Das erklärt einiges…

      • Ich mochte den ersten Band auch am liebsten; obwohl meine Lieblingsfigur eigentlich Toby ist, die taucht ja erst im zweiten Band auf.

        Zu Haratischwili: Es kann ganz interessant sein zu lesen, was ein Sprachfremder aus der eigenen Muttersprache alles herausholt. Ich werde das Buch auf jeden Fall bald anlesen. Mal sehen, wie ich es empfinde.

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