‚Das brandneue Testament‘ – Film von Jacob van Dormael

Veröffentlicht: 3. Januar 2016 in Filme, Kino, Kultur

Zunächst die gute Nachricht: Es gibt einen Gott! Er lebt mit seiner Familie in Brüssel – in welchem Stadtviertel, wird jedoch nicht näher beschrieben. Nun die schlechte: Er ist ein Despot und Missgönner sondergleichen. Tagtäglich sitzt er vor seinem Computer und denkt sich neue Gebote aus wie: Man selbst steht immer in der Schlange, die am wenigsten schnell vorankommt oder: Marmeladenbrote fallen immer auf die falsche Seite. Seine Frau ist schon lange verstummt und frönt ihrem einzigen Hobby: Sie ist Fan einer Baseballmannschaft und hat bereits alle Sammelkärtchen der 18 Spieler beisammen.

Und der Tochter Ea stinkt das alles schon lange. Deshalb will sie dem göttlichen Treiben ein Ende setzen und sendet allen Menschen ihre genaue Todesdaten; von ihrem Bruder Jesus bekommt sie den Hinweis, wie sie die haustürlose Wohnung verlassen kann (nämlich die Waschmaschine auf Feinwäsche 40° stellen und einsteigen) und auch den Tipp, sich noch ein paar Apostel zu suchen – warum nicht 18? Das würde dann auch für eine Baseballmannschaft reichen… 12 gibt es ja bereits… Vorher bringt Ea des Gottes Computer zum Absturz, und los geht’s… – schließlich hat sie auch ein paar Wunder in der Tasche….

Dieser Film hat durchaus seine originellen Einfälle, und die machen ungemein Spaß. Ea bringt 6 Menschen, unzulängliche, fehlerbehaftete – aber wer ist das auch nicht? – dazu, nicht nur an Wunder zu glauben, sondern diese auch zu erleben, was für uns Publikum für eine Menge Spaß sorgt.

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Eine Apostelin (Catherine Deneuve), die durch eine ungewöhnliche Liebe zu sich selbst findet….; Bildquelle: Filmstarts.de

Es ist ein fröhlicher Film, eigentlich, der mit den Menschen recht gnädig umgeht, denn sie verändert es, dass sie wissen, wie lange sie noch zu leben haben. Aber überbewerten sollte man das alles sicher nicht, wiewohl das Ende ein gutes ist. Schön wär’s…

Wir hatten Spaß im Kino, das ganz sicher. Dennoch war er uns ab und zu doch etwas klamaukig; es ist eben schwer, sich mit solchem Stoff nicht zu überheben, selbst wenn man ihn mit Leichtigkeit aufmischen will. Was bleibt nach dem Film? Eine fette Handvoll witziger Ideen und eine magere Hand voller gar nichts. Und so bleibt am Ende nicht viel übrig, was ich für den Film habe. Nein, das stimmt nicht ganz. Eine Frage beschäftigt mich seitdem durchaus: Wie wäre es, wenn ich wüsste, dass ich sagen wir mal nur noch 5 Jahre zu leben hätte? Ich glaube, es würde eine riesige Menge ändern.

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