‚Lachsfischen im Jemen‘ – Film von Lasse Hallström (2012)

Veröffentlicht: 1. Februar 2016 in Filme, Kultur

Durch ‚Schiffsmeldungen‘ sind wir auf den Regisseur Lasse Hallström aufmerksam geworden. Ich hatte auch vergessen, dass ‚Madame Mallory und der Geschmack von Curry‘ auch ein Film von ihm ist, und nachdem ich recherchiert habe, habe ich gesehen, dass es noch so einige Filme von ihm zu entdecken gibt – Stoff also für die nächsten Monate in unserem Fernsehzimmer!

‚Lachsfischen in Jemen‘ – allein der Titel hatte damals, als der Film in die Kinos kam, nichts in mir ausgelöst. Doofer Titel, idiotische Handlung, also, nein, den Film wollte ich nicht sehen. Nun haben wir es doch getan, wegen Lasse Hallström – und sind absolut nicht enttäuscht worden….

20072395

Filmszene aus ‚Lachsfischen in Jemen‘:Amr Waked, Ewan McGregor; Bildquelle: Filmstarts.de

Einem Scheich fällt es ein, das Lachsfischen in seiner Heimat einzuführen – eine Unternehmung, die bei jedem der zwei Millionen Angler und den Fischereiexperten Groß Britanniens unverständliches Kopfschütteln hervorruft. Aber ist es letztendlich nicht alles eine Frage des Geldes? Das hat der Scheich sowieso. Und nein, es ist nicht eine Frage des Geldes – sondern eine Frage des Glaubens an – Wunder. Und genau um dies geht es in dem Film.

Der etwas holzige Fischerei-Experte Jones (wunderbar gespielt von Ewan McGregor) soll sich um die Umsetzung dieses Projektes, das zugleich von den Kriegsaktivitäten im nahen Osten ablenken soll (endlich mal nette Neuigkeiten aus dieser Ecke der Welt), kümmern. Dies verfolgt er zunächst unter Protest – bis er auf die Finanzbetreuerin des Scheichs stößt, eine sympathische junge Frau (gespielt von Emily Blunt), die jedoch etwas durcheinander ist, da ihr neuer Freund als Soldat nach Afghanistan eingezogen wurde. Auch der Scheich, ein aufmerksamer und gläubiger Mann, hilft ihm, seine Vorbehalte ad acta zu legen – um an das Gelingen dieses Projektes zu glauben.

Nein, das ist das absolut Besondere an diesem Film: Die Handlung an sich ist nur der Angelpunkt, um den sich die Figuren drehen, aber nicht das, um was es eigentlich in dem Film geht. Der Glaube versetzt Berge, heißt es, und das wird hier vorgeführt: Während Jones mit seinen Gefühlen hadert, wächst in ihm die Zuversicht, sich auf die innere Stimme zu verlassen. Und so erlangt auch Jones Sicherheit über seine Gefühlswelt, der er am Ende folgt – ohne Netz oder doppeltem Boden. Das Wagnis und der Glaube sind die wahren Werte des Lebens – das zumindest hat mir dieser Film vermittelt.
Das Drehbuch, aber auch die Schauspieler haben Besonders vollbracht. Viel Witz steckt in dieser absurden Idee, viel Witz auch in den Dialogen und der filmischen Umsetzung. Und wenn dann noch so grandiose Schauspieler zeigen, was sie können – was sollte dann noch schief gehen…
Es ist ein sehenswerter Film, und mit Sicherheit nicht der letzte, den wir von Lasse Hallström gesehen haben!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s