‚Brooklyn -Eine Liebe zwischen zwei Welten‘ – Film von John Crowley

Veröffentlicht: 7. Februar 2016 in Filme, Kino, Kultur

Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich den Film überhaupt sehen wollte, trotz Saoirse Ronan, die in ‚Abbitte‚ gezeigt hat, was für eine grandiose Schauspielerin sie schon damals war (damals war sie 13 Jahre, heute ist sie 21 Jahre alt). Mir schien es eine Liebestragödie zu sein, aber von einer Art, die mich am Ende nicht interessiert hätte. Doch jetzt weiß ich besser, wie falsch ich damit lag…

470234

Filmszene aus ‚Brooklyn‘ mit Saoirse Ronan. Bildquelle: Filmstarts.de

Die junge Ellis siedelt von Irland nach New York um, weil sie im eigenen Land derzeit keinerlei Chancen auf einen Job oder eine berufliche Weiterentwicklung hat. Unterstützt wird sie von ihrer Schwester Rose und ihrer Mutter, die jedoch beide in Irland bleiben. Kein Wunder, dass die junge Frau in der ersten Zeit schreckliches Heimweh hat. Das wird besser, als sie einen Freund findet, mit dem sie sich ein weiteres gemeinsames Leben durchaus vorstellen kann. Als sie wegen einer Familientragödie zu Besuch nach Irland fährt, muss sie dort entdecken, dass sich das Blatt gewendet hat: Freundschaften, die Nähe zur Mutter und sogar ein Job scheinen nur auf sie zu warten.
Zwei Leben sind denkbar: das, welches sie in New York begonnen hat zu leben, oder auch die Möglichkeit, ins warme Nest in Irland zurückzuschlüpfen, um dort ein ebenso gutes Leben zu führen, vielleicht sogar ein noch besseres….

Das, finde ich, ist eine interessante Frage. Es ist immer der Mensch selbst, der durch seine Entscheidungen seinen Lebensweg wählt, letztendlich sind die Weichen und Übergänge auch fließend. Sicherlich variieren die Entscheidungsmöglichkeiten in den verschiedenen Ländern mit ihren Problematiken, aber es gibt immer einen Anteil, der selbstbestimmt ist. Was also machen wir mit unserem Leben? Was ist eigentlich ein Fehler? Oder ist dieser ‚Fehler‘ nicht vielleicht auch der entscheidende Knick in der Biografie, der einen weiter und ggf. ganz woandershin katapultiert? Diese Frage stelle ich mir derzeit auch aus persönlichen Gründen sehr. Vielleicht liegt alles so glasklar vor einem, ein ‚gerader Weg‘, der vielleicht nicht einfach zu gehen wäre, doch beinahe vorbestimmt zu sein scheint. Ist es, dass ich diese Herausforderung nicht annehmen will (denn es wäre eine), wenn ich diesen Weg nicht beschreiten möchte, sprich, Flucht, oder will ich mich anderen Herausforderungen lieber stellen, weil ich meine, sie würden mir mehr entsprechen? Und welche Rolle spielt dabei die Migräne, unter der ich seit Jahren leide?

Insofern hat dieser Film eine Menge in mir bewegt und Denkanstöße geliefert, die weit über eine einfache Liebesgeschichte hinausgehen, weswegen ich den Film vorbehaltlos empfehle, nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Leistung von Saoirse Ronan.

Advertisements
Kommentare
  1. Maren Wulf sagt:

    Ein wunderbarer Film, ja. Sehr (für meinen Geschmack sogar fast ein wenig zu) langsam am Anfang, aber dann mit großer Sogwirkung. Dir viel Freude beim Wege-Bedenken!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s