‚Shining‘ – Film von Stanley Kubrick (1980)

Veröffentlicht: 20. März 2016 in Filme, Kultur

Wieder ein Filmklassiker, den ich noch nicht kannte! Und eigentlich mag ich Gruselfilme ja auch… aber…

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Filmszene mit Lisa und Loisa Burns aus ‚Shining‘; Bildquelle: Filmstarts.de

Jack Nicholson zeigt in der Rolle des durchgedrehten Jack einmal mehr, was er als Schauspieler drauf hat, und das ist schon toll. Dennoch, ich kenne die Literaturvorlage von Stephen King ja (noch) nicht, aber sein Spiel lässt erahnen, was alles im Film nicht explizit gesagt wird, sondern sich implizit in seinem Spiel ausdrücken muss, und das klappt auch, ist aber sehr viel, viel zu viel. Es ist schon klar, hätte Kubrick ein dem Buch adäquateres Drehbuch zugrunde gelegt, wäre es einfach viel zu lang geworden, der Film hatte jetzt schon Überlänge. Hier sind aber dann doch einige elementare Handlungsstränge wohl auf der Strecke geblieben, die die Aussage des Buches ausgemacht haben, im Film jedoch zu einer Verschiebung führten. Mein Sohn, der das (Hör-)Buch kennt, hat mir dies auseinandergesetzt, aber ein wenig geahnt habe ich dies auch.

Nicht zufrieden war auch Stephen King, der sich wohl enttäuscht äußerte, dass zu wenig herauskam, dass das Hotel selbst so böse gewesen ist, weniger Jack. Auch, dass der kleine fünfjährige Sohn hellsichtig ist und dies die Bosheit des Hotels hervorgelockt hat, kommt in dem Film nicht raus. Ich sehe schon, ich müsste mir das Buch auch mal zu Gemüte führen…

Der Film aber an sich ist schon nicht schlecht. Die Szenen wirken unheimlich und sind toll gefilmt, beispielsweise, wenn der kleine Junge auf seinem Dreirad durch die Gänge des verlassenen Hotels saust und auf unheimliche Wesen trifft, die da eigentlich nicht sein dürften. Allein dieses verlassene riesige Hotel ist schon genügend unheimlich und bietet wirklich eine richtig spannende ‚Spiel-‘Fläche. Ich fand nur übertrieben, als das Blut an den Aufzügen vorbei in den Flur schwemmt, zumal diese Szene öfter als einmal eingeblendet wurde.

Dennoch: es ist ein spannender und schön gruseliger Film, sehenswert ganz sicher wegen Jack Nicholson und den surrealistisch anmutenden Szenen. Das hat Kubrick wirklich überzeugend gemacht.

Übrigens wurde der Stoff noch einmal in einer vierteiligen Serie verarbeitet, mit der Stephen King wohl mehr einverstanden war. Der Schauspieler, der den kleinen fünfjährigen Danny gespielt hat, wusste nicht, in was für einem Film er damals mitgespielt hat – er hat den Film erst mit 19 Jahren gesehen!

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