‚Bob und wie er die Welt sieht‘ – Buch von James Bowen

Veröffentlicht: 26. März 2016 in Bücher, Kultur, Literatur

ccde3ca2f7a7acf3Es war ja klar, dass wir, nachdem uns der erste Teil von James Bowens Erlebnisbericht so gut gefallen hat, nicht lange warten würden, bis wir uns über den zweiten Teil hermachen…

Der erste Teil endete ja damit, dass James es geschafft hat, seine Drogengeschichte mit Absetzung des letzten Drogenersatzstoffes abzuschließen – dank seines Katers Bob, der ihm zu neuem Lebensmut verhalf und dazu, Verantwortung zu übernehmen – erst für sein geliebtes Tier und schließlich auch für sich. Nun ging es also weiter. Als ‚Big Issue‘-Verkäufer findet sein Leben noch überwiegend auf der Straße statt, was allerhand Unbill und Gefahren mit sich bringt. Der Plan aber, ein Buch über seine Geschichte zu schreiben – eine Idee, die eine Journalistin an ihn herangetragen hatte – gedeiht und wird mit viel Unterstützung eines Verlages in die Tat umgesetzt. Währenddessen heilt James‘ Seele weiterhin durch die erfahrene Zuwendung seines Katers Bob – und es stellt sich in der Tat die Frage, wer sich hier um wen kümmert: Bob um seinen Menschen, wenn dieser schlimme Krankheiten durchzustehen hat, oder der Mensch um seinen Kater, der von vielen Passanten begeistert besucht wird, doch auch des Schutzes bedarf… Immer wieder kommt es zu Übergriffen, und auch die Verwaltung von ‚The Big Issue‘ verhält sich nicht immer gerecht gegenüber James und den anderen Verkäufern. James erkennt, dass er die Straße verlassen muss, um endlich zur Ruhe zu kommen. Doch wird sein Buch ihm wirklich dabei helfen können? Denn es ist die Frage, ob die Geschichte eines ehemaligen Obdachlosen und seines Katers wirklich etwas ist, das die Leser da draußen interessiert? Und schließlich: Wer kann schon von seinen Einnahmen als Autor wirklich leben?

James erzählt diese Geschichten, und uns drei Auf-dem-roten-Sofa-Lesern wühlen seine Schilderungen gehörig auf. Wann kann man schon von einem (ehemaligen) Obdachlosen lesen, wie es dazu kam und mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hat? Die Bücher haben mir geholfen, deutlich mehr Verständnis für die Lage von diesen Menschen, die im gesellschaftlichen Abseits stehen, zu entwickeln. Und, klar, Bob ist ein wirklich ganz besonderer Kater!

Das Erscheinen seines ersten Buches, herausgekommen im März 2012 – also erst vor 4 Jahren! – stellte für James Bowen einen echten Wendepunkt dar – an dieser Stelle endet das zweite Buch.

Da das Buch wohl einen ganz besonderen Nerv getroffen hat und in kürzester Zeit zum Bestseller avancierte, musste er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Straße arbeiten… Allerdings widmet er sich heute weiterhin der guten Sache und hat in London wohl ein Café eröffnet, in dem sowohl Obdachlose als auch streunende Katzen willkommen sind… Ich wünsche ihm mit dieser Unternehmung viel Glück – vielleicht wird es zu weiteren ‚Dreamteams‘ kommen, wäre doch denkbar!

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