Kleiner Streifzug durchs Museum für Kunst und Gewerbe

Veröffentlicht: 7. April 2016 in Ausstellungen, Gedanken, Kultur, Kunst
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‚Die Destille‘ – die schönste Museumskaffeeklappe Hamburgs

Kleiner Streifzug, wirklich klein, denn wir hatten uns ja in der Ausstellung mit Christoph Niemanns Werken schwerpunktmäßig aufgehalten. Aber es zeigte sich mal wieder, dass sich der Ausflug ins Museum für Kunst und Gewerbe sehr lohnt, denn es gibt viele tolle Exponate zu sehen. Zum einen haben wir den Raum mit den uralten Musikinstrumenten gestreift, sind an diesen phantastischen expressionistischen Theaterfiguren von Lavinia Schulz und Hans Holdt vorbeigekommen, die wirklich unglaublich sind!, haben wunderbare Möbel und Geschirr von um 1900 (Jugendstil) aus den Augenwinkeln gesehen und sind im Treppenhaus bei den Filmen aus ihrer Anfangszeit (z.B. Mellies‘ Verfilmung von Jule Vernes‘ Reise zum Mond) hängen geblieben, um schließlich in der Kantine zu landen.
Aber nicht irgendeiner, sondern der alten psychedelisch an- (oder zu-)mutenden Spiegel-Kantine, eine Rarität aus der Popkultur in reinster Blüte:
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Spiegelkantine = Spiegel + Ei = Spiegelei – GENIAL!

Es ist ein wunderbares Zeitdokument, und ich wundere mich nur, dass die Qualität der Zeitschrift ‚Der Spiegel‘ zu jeder Zeit stimmte… hat die Ausstattung der Spiegel-Kantine dann doch inspiriert?

Einen Raum weiter findet sich eine weitere Sonderausstellung mit ‚no-name-Design‘ – Designerstücke, die vielleicht nie als solche erdacht wurden, aber mehr oder minder unfreiwillig einen hohen ästhetischen Reiz haben. Wie heißt es so schön: ‚Das Bild entsteht im Auge des Betrachters‘ – und das stimmt. Die Anordnung der Gegenstände und die Präsentation in trapezförmigen Glaskästen, die für eine ganz besondere Reflektion sorgen, lässt uns den Glanz der Alltagsgegenstände in ganz neuem Licht erscheinen…

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Das ist um so schöner, als dass es sich um viele Gegenstände handelt, die wir vielleicht auch im eigenen Haushalt haben. Wie ich beispielsweise – nunmehr stolze – Besitzerin einer Schere von Fiskars bin, die ich hier auch in der Vitrine wiederfinden durfte (samt aller Fälschungen). Kunst ist überall, wenn wir nur einfach genügend Achtsamkeit den kleinen Dingen des Alltags entgegenbringen würden, können wir die tollsten Entdeckungen machen!

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Foto: U.D.

Foto: U.D.

Auch Pausieren lässt es sich ganz vorzüglich in der gemütlichen hauseigenen ‚Destille‘. Hier wurden wir dann selbst kreativ, indem meine Freundin einen ahnungslos schlafenden Museumsbesucher  gezeichnet hat und ich aus dem Flecken eines Roibuschteebeutels einen Sonnenaufgang im Urwald und eine niesende Frau produziert habe.

Der Besuch des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg lohnt sich immer und auf jeden Fall – wer für den kommenden Samstag den Besuch der langen Nacht der Museen in Hamburg plant, wird hier sicher die eine oder andere Entdeckung machen können!

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