‚Whiskey Tango Foxtrott‘ – Film von John Requa und Glenn Ficarra

Veröffentlicht: 17. Juni 2016 in Filme, Kino, Kultur

Eine junge Reporterin meldet sich für den Job Live-Berichterstattung aus Afghanistan, um ihre Karriere voranzutreiben. Aber es bleibt nicht bei den veranschlagten 3 Monaten, der Aufenthalt verlängert sich um Jahre, auch um den Preis, dass sich ihr komplettes Privatleben auf den Kopf stellt… Aber das Leben in Afghanistan hat überaus aufregende Seiten…

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Tina Fey in ‚Whiskey Tango Foxtrott‘; Quelle: Filmstarts.de

Kim Barker (toll gespielt von Tina Fey) ist es satt, in einem engen Büro in irgendeiner Redaktion zu versauern, doch auf was sie sich einlässt, ist ihr sicher vorher nicht klar. Dass Live-Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet eine überaus waghalsige Angelegenheit ist, versteht sich von selbst, aber was macht das mit einer/m? Dies wird in diesem Film ausgeführt. Es sind die ständigen Adrenalinstöße, einerseits die brenzligen Situationen, in denen das eigene Leben in Gefahr gerät, welches aber für einen tollen Videodreh inmitten von Kämpfen aufs Spiel gesetzt wird, und andererseits der allabendliche Umtrunk orgienhaften Ausmaßes und Sex ohne Ende – nur um den Alltag zu vergessen. Das zehrt, das bringt eine/n eins ums andere Mal in heftige Konfliktsituationen, beispielsweise, wenn ein Machthaber für ein Interview oder eine Hilfeleistung eigentlich genau weiß, was er will mit dieser überaus attraktiven Reporterin. Kulturelle Unterschiede zu ignorieren kann zudem in Afghanistan zu einer echten Lebensgefahr werden.

Und es wird gezeigt, was für ein zynischer Job das ist: Für eine dolle Berichterstattung kann schon mal das Leben von Informanten riskiert werden (oder eben auch das eigene); aus der Befreiung eines Pressekollegen kann vielleicht auch die Story werden, die die eigene Karriere nachhaltig fördert. – Aber auch nur, wenn die Zuschauer zuhause vor den Fernsehgeräten nicht zu unlustig werden und sich nach geraumer Zeit intensiver Berichterstattung von dem Thema abwenden… What the Fuck! Oder: ‚Whiskey Tango Foxtrott‘, um den Militärcode für diesen Fluch zu benutzen…

Das alles wird in diesem Film ausgeführt und beruht in Teilen auf dem Buch der Kriegsberichterstatterin Kim Barker: ‚The Taliban Shuffle‘, geht also durchaus auf authentische Quellen zurück. Der Film versucht sich dann noch (überwiegend erfolgreich), den Situationen durchaus komische Seiten abzugewinnen, und inmitten der düsteren Hausptaussage des Films blitzen immer wieder witzige Szenen auf, was für mich aber den Touch von einem Frauenfilm auf ‚Brigitte‘-Niveau hat: Eine Frau, die sich durchs Leben schlägt und weder Mut noch Humor dabei verliert; das war nett, aber irgendwie auch befremdlich, interessant war diese Mischung allemal anzuschauen.

Hier geht es zum Trailer.

 

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