‚Die Gärtnerin von Versailles‘ – Film von Alan Rickman (2015)

Veröffentlicht: 8. August 2016 in Filme, Kultur

Es war so, dass ich damals gezögert habe, diesen Film im Kino sehen zu wollen, und sei es, dass ich von mindestens drei Freundinnen angesprochen wurde, ob ich nicht mitkommen wolle in den Film. Irgendwie ergab es sich am Ende nicht, und auch von den Freuninnen weiß ich keine, die den Film letztendlich gesehen hätte. Nun gut. Dann gab es diese DVD zu meinem Geburtstag, und neugierig war ich ja auch, halte ich doch große Stücke auf Kate Winslet, Alan Rickman (der neben der Regie auch die Rolle des Königs übernommen hat) und Matthias Schoenarts, diesem fleißigen Eroticus der letzten Jahre.

Aber was soll ich sagen: Geärgert hat mich zunächst die ziemlich genaue zeitliche Ansiedlung – der Film spielt zur Erbauung des Gartens von Versailles, ca. 1663 – und die völlig anachronistische, an den schönen Haaren herbeigezogene Tatsache, dass zu dieser Zeit doch wohl keine Frau im Arbeitsleben ihren Mann stehen konnte – erst recht nicht unter den direkten Augen des Königs!

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Wo gibt es denn sowas??? Der König (Alan Rickman) nimmt seine Gärtnerin (Kate Winslet) an die Hand… Bildquelle: Filmstarts.de)

Was für ein Bullshit. Darüber also konnte ich schon nicht hinwegsehen. Und dann aber auch: Ich konnte weder Kate Winslet noch Matthias Schoenarts noch Alan Rickman irgendetwas glauben, von dem, was sie da verzapft haben. Eine Liebesgeschichte? Total verworren. Komplett spannungslos. Ein Trauma, das es zu verarbeiten gilt? Ja, naja, jaja… (mit-dem-Kopf-hin-und-her-wiegend). Ein so nahbarer Ludwig XIV? Ach, ich weiß nicht…

Es waren viele nette Ideen eingewoben, aber doch hat mich keine so recht überzeugt, ehrlich gesagt. Die Figuren waren viel zu modern verkörpert, auch wenn sie in echt schönen, aufwändigen Kleidern steckten. Aber irgendwie… Nein. Das ist kein guter Film, auch wenn es einige (kleine) schaupielerische Lichtblicke gab wie die Begegnung der Gärtnerin von Versailles mit dem König in einem kleinen Gärtchen. Der König, deprimiert angesichts des Todes seiner Gattin, hält sich dort sozusagen inkognito auf, und es entspinnt sich ein Gespräch über Birnen und Rosen, das aber doch im Subtext existentiellere Themen berührt. Das war gut, das war nett. Aber der Rest: SCHWEIGEN!!!

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