‚Tribute von Panem‘ – Trilogie von Suzann Colins

Veröffentlicht: 24. September 2016 in Bücher, Kultur, Literatur

Ich war auf der Suche nach leichter Literatur. Etwas fesselndes, etwas, das es schafft, mich definitiv abzulenken, mich entspannt. Und weil mich die Filme vor einiger Zeit schon auf die literarische Vorlage neugierig gemacht haben, war nun der perfekte Zeitpunkt gekommen, mich dieses Projektes anzunehmen.

tribute

Die Dystopie erzählt die Geschichte von Katniss Everdeen, die sich innerhalb eines totalitären Staats, in dem die Menschen ausgebeutet werden, zu behaupten hat. Wie jedes Jahr werden aus den 12 Distrikten jeweils zwei junge Menschen zwischen 12 und 16 Jahren ausgelost, die in eine dschungelartige Kampfarena ziehen und sich gegenseitig umbringen müssen, bis nur ein Sieger übrig bleibt. Dies ist das zynische Spiel, das sich die Herrschaft ausgedacht hat, nachdem ein Aufstand vor nunmehr 74 Jahren gescheitert ist, zum rhetorischen Zweck, die Menschen durch Angst und Schrecken gefügig zu halten und ihnen zugleich eine Ablenkung vom Alltag, eine Unterhaltung, zu geben. Natürlich eine Unterhaltung fragwürdigen Inhalts…

Als das Los auf Katniss‘ geliebte zwölfjährige Schwester fällt, meldet die Sechzehnjährige sich freiwillig. Als geheime Jägerin – denn die Wälder sind offiziell gesperrt – besitzt sie mehr Fähigkeiten, diesen Kampf zu überleben. Mit von der Partie ist aber auch der gleichaltrige Peeta, dem sie durch eine lebensrettende wenn auch kleine Geste zu tiefem Dank verpflichtet ist. Und: es darf nur eine Person überleben. Für Katniss ist von vorneherein klar, dass sie niemanden problemlos würde töten können, am wenigsten von allen Peeta…

Der Film hat sich sehr genau an das Buch gehalten, beinahe alles, was im Buch steht, ist eins zu eins verfilmt worden. Das hat mich ein wenig gestört, weil sich ständig die Bilder des Films in meine eigene Vorstellungswelt drängten. Dennoch waren die Bücher spannend und packend geschrieben.

Sehr dazu beigetragen hat die Erzählweise: Die Bücher sind in Ich-Form aus Sicht von Katniss verfasst, und dazu in Gegenwart. Das hat den Eindruck vermittelt, unmittelbar am Geschehen teilzunehmen und zieht allein dadurch schon uns LeserInnen in den Bann.

Und abgelenkt hat es mich obendrein.

Eskapismus. Ja, so muss ich es wohl betrachten. Was Ulrich Greiner in seinem ‚Leseverführer‘ im Vorwort erwähnte, nämlich dass der Hauptgrund des Lesens in der Flucht aus dem Alltag bestünde, weswegen ich sein Buch damals angewidert zur Seite legte, das traf jetzt auf mein Lesen, Verschlingen dieser Bücher zu. Flucht aus der Welt, aus dem Hier und Jetzt, etwas, das ich normalerweise nicht tue, nicht tun will und nicht brauche, wie ich finde. Lesen ist für mich viel mehr als eine Weltflucht; es ist das Hinzufügen neuer Gedanken, neuer Aspekte zu den eigenen Ansichten. Es ist Bereicherung und es ist Auseinandersetzung mit mir selbst. Ich lese und komme zu mir. Das ist mein Grund zu lesen. Nicht aber Eskapismus, Flucht aus der Welt… Nun, bei diesen Büchern war es dann eben doch ein Stückchen anders. Und das war sogar sehr wohltuend. Ich mochte diese Bücher, und ich mag, dass es die Möglichkeit des Entfliehens gibt. Im Notfall ist es doch sehr hilfreich, eine solche Option zu haben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s