Mein langes Schweigen in diesem Blog hat einen Grund.

Veröffentlicht: 27. Dezember 2016 in Gedanken, Isländisches, Kultur

Dieses Jahr war scheußlich. Viele, viele Menschen wurden aus dem Leben gerissen, einfach so. Ich will gar nicht von der Angst sprechen, die so manche/r in dieser letzten Zeit empfindet, wenn man an Aleppo oder Berlin, an Nizza oder Paris denkt und an all die Orte, wo Grausames passiert ist. Wie muss es sich anfühlen, wenn es nicht möglich ist, von seinen Lieben Abschied zu nehmen, wenn diese viel zu früh und viel, viel zu plötzlich aus dem Leben gerissen werden? Ich weiß es nicht… Bei uns waren es drei Monate. Drei Monate von der Diagnose bis zum Tod (am 21. Oktober). Wobei bei der Diagnose noch lange – wenn ich das Wort „lange“ überhaupt benutzen sollte – nicht klar war, wie lang er noch zu leben hatte. Dumm waren wir sicher, blind, aber das ist nun auch egal. Die Leidenszeit war kurz, und die Lebenszeit ebenfalls. Lang. Kurz. Sind das überhaupt Maßstäbe, mit denen eine Lebensdauer messbar wäre? Allerhöchstens subjektiv. Früh? Spät? Was sind das für Begriffe, die doch so gar nicht greifen…

Dies jedenfalls ist der Grund für mein langes – langes? (schon wieder) Schweigen in diesem Blog. Natürlich konnte ich mich darauf nicht konzentrieren, und vielleicht kann ich das auch noch länger nicht, wobei ich auch merke, wie wichtig es ist, zu schreiben, vielleicht wird es sogar immer wichtiger für mich. Ebenso wichtig bleiben mir meine kulturellen Unternehmungen, sie geben mir wie mein Alltag eine Struktur, die ich in dieser Zeit um so nötiger brauche. Und das darüber schreiben, das brauche ich auch.

Hier kommt ein isländisches Volkslied, dessen tiefere Bedeutung mir erst vor kurzem aufgegangen ist. Und wenigstens kann ich sagen:  er hat den Weg genommen,  er ist wohlbehalten angekommen, unerschrocken – ja, tatsächlich! Und im Frieden mit sich.

 

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Kommentare
  1. Morgen Luft sagt:

    Fühle mich immer so unbeholfen, wenn es um Trauer geht… Von Herzen: Ich wünsche dir und deinen Lieben alles Gute, viel Kraft und irgendwann wieder Lebensenergie und Freude.

  2. Maren Wulf sagt:

    Alles Gute dir, liebe Eva!

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