„A single Man“ – Film von Tom Ford (2009)

Veröffentlicht: 5. Februar 2017 in Filme, Kultur

Nachdem ich neulich den sehr interessanten und unter die Haut gehenden Film „Nocturnal Animals“ gesehen und in Deborahs Rezension von Tom Fords erster Regiearbeit gelesen habe, musste ich mir diesen Film einfach unbedingt anschauen. Und: es hat sich gelohnt…

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Colin Firth und Julianne Moore in „A single man“; Bildquelle: Filmstarts.de

Anfang der 60er Jahre, in Los Angeles: Der Literaturprofessor George (genial gespielt von Colin Firth) kommt über den Tod seines Lebensgefährten nicht hinweg. Nach acht Monaten der Trauer und des Alleinseins – keine Frage, dass er sich als Schwuler zur damaligen Zeit nicht outen konnte, ohne gesellschaftliche und andere Restriktionen zu erfahren – entschließt er sich, Selbstmord zu machen. Der Film handelt von seinem letzten Tag, und dieser ist – einfach perfekt. Wunderschön.

Seine Haushälterin ist sehr bemüht, seine Assistentin an der Uni sieht heute besonders schön aus, und in seiner Vorlesung kommt er auf existentielle Themen zu sprechen, während seine Studenten ihm an den Lippen hängen. Besonders ein junger Student nimmt intensiv Anteil, und intuitiv spürt dieser, dass es ein besonderer Tag für George sein muss…. Am Abend trifft George ein letztes mal seine beste Freundin (toll und intensiv gespielt von Julianne Moore), die es zutiefst bedauert, dass George, den sie liebt, homosexuell ist. George wird geliebt, er findet Beachtung, das sind die wichtigen Dinge, die er an seinem letzten Tag erfährt – dessen Ende dann doch ganz anders verläuft als erwartet…

Es ist ein ruhiger Film, und ich als Zuschauerin kann mich in das Gefühlsleben von George hineinversetzen. Immer wieder erinnert er sich in Rückblenden an Episoden aus seinem Leben mit seinem Freund, mit dem er 16 Jahre zusammen war. Das Leben erscheint ihm nun trist – und auch die Farben im Film sind es. Doch wenn ihn Leben durchflutet, er das Hier und Jetzt genießt, gewinnen die Bilder an Farbigkeit – beinahe bis hin zu überbordender Bonschehaftigkeit – wie auch Georges Leben lebendig und bunt wird, für einen Moment.

Es ist ein wunderbarer Film, intensiv, und mit Colin Firth und Julianne Moore genial besetzt. Nicht zu vergleichen mit den „Nocturnal Animals“ (der auf ganz andere, viel subtilere Weise unter die Haut ging), aber auf jeden Fall berührend und voller Romantik.

Tja, und was mache ich jetzt? Wenn Tom Ford in dem zeitlichen Abstand weiter produziert, habe ich eine ziemliche Durststrecke vor mir…. Tom Ford muss ja auch eine schillernde Persönlichkeit sein, ein Alleskönner, oder? Bringt als Modeschöpfer erst Gucci wieder auf die Beine, und dann fängt er an, Filme zu drehen – und was für welche! Faszinierend…

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Kommentare
  1. sommerdiebe sagt:

    Schön, freut mich, dass dir der Film genauso gut gefallen hat wie mir. Und du hast natürlich völlig recht…wir können nur auf weitere Filme von Tom Ford hoffen. Er lässt sich erfahrungsgemäß aber etwas Zeit damit 😉 LG, Deborah

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