„12 Years A Slave“ von Steve McQueen (2014)

Veröffentlicht: 12. März 2017 in Filme, Kultur

Etwas still ist es in diesem Blog geworden, was ganz sicher mit meiner inneren Verfassung zu tun hat. Doch ich kämpfe um die Struktur meines Alltags, denn das gibt mir Halt. Und also gibt es heute eine kleine Rezension, die schon ziemlich überfällig ist…

Dies ist die Geschichte eines Afro-Amerikaners, Mitte des 19. Jahrhunderts. Solomon ist ein freier Mann und lebt in New York, doch wird er nach Louisianna verschleppt und dort als Sklave verkauft. Die komplette Ungerechtigkeit seiner Situation und die menschenverachtenden Missetaten, die ungestraft an den Sklaven vorgenommen werden, werden gezeigt, und das ist natürlich grässlich. Toll gespielt hat Chiwtel Ejiofor den versklavten Solomon. Der Film ist nach einer wahren Geschichte entstanden, es ist die Verfilmung von dem gleichnamigen Buch von Solomon Northup, dem Mann, dem diese Leiden zugestoßen sind. Drei Oskars hat der Film abgesahnt, und das ganz sicher zu Recht!

TWELVE YEARS A SLAVE

Szenenbild aus „12 Years A Slave“ mit Chiwetel Ejiofor, Benedict Cumberbatch und Paul Dano; Bildquelle: Filmstarts.de

Dennoch: Es stellt sich bei mir momentan eine gewisse Müdigkeit ein, Filme zu schauen, die von einem schweren Schicksal handeln, das jemandem tatsächlich widerfahren ist – nicht, dass ich es nicht wichtig fände, diese Geschichten zu thematisieren! Aber die Betroffenheit, die sich beim Zuschauer einstellt: Was kitzelt sie heraus?? Wozu ist das gut? Bewirkt es irgendeine Art des Umdenkens??

Sicher ist dieser Film hervorragend gemacht, und ganz sicher sind die 3 Oskars sowie weitere Nominierungen wohlverdient. Aber geht die Rezeption weiter, als dass man sich betroffen die Backen hält? Und vielleicht, sollte man nah am Wasser gebaut sein, ein paar Tränen lässt? Und wenn ja, wozu? Ich will mich von einem Film berühren lassen, ohne Frage, aber ich wünsche mir auch, dass er etwas in mir auslöst, das mich in irgendeiner Form weiterbringt. Das mag ein anspruchsvolles Ziel sein. Aber ich mag es nicht, mich auf Kosten von Geschichten, in denen es den Menschen deutlich schlechter geht als mir, zu unterhalten – ist vermutlich das selbe Phänomen, das mich auch bei Krimis abstößt. Es gefällt mir einfach nicht.

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