‚Hidden Figures‘ – Film von Theodore Melfi

Veröffentlicht: 30. April 2017 in Filme, Kino, Kultur

Uff. Im April war ich nun gar nicht fleißig im Blogschreiben, keine Zeit – und warum? Ein Grund liegt darin, dass ich Urlaub hatte. Es zog mich zu einem Besuch von Freunden erst nach Holland, dann nach Berlin. Dazu hatte ich aber vielleicht auch keine Zeit zum Blogschreiben, weil es so viel zu lesen/hören/sehen gab, so dass ich nun eine lange und beinahe erdrückende Liste habe, die ich hier im Blog erwähnen möchte. Also gehe ich jetzt mal „praktisch“ vor und versuche mich, mal kurz zu fassen.

Weil ich neulich so reingefallen bin – ich wollte den Film ‚The Salesman‘ unbedingt sehen, doch der war schneller aus dem Kino, als dass ich ihn gucken konnte – habe ich mich bei diesem Film furchtbar beeilt und richtig unter Stress gesetzt – nur um festzustellen, dass er auch später noch in den Kinos hoch- und runterlief… Verstehe das eine(r), wann Filme nur ein paar Tage im Kino sind – selbst wenn sie Preise gewonnen haben – während andere richtig lang laufen…

Jedenfalls war dies zu Recht ein Kassenschlager, und das aus verschiedenen Gründen: Zum einen ist es ein Film, der von der Grundstimmung gute Laune verbreitet, zum anderen ist sein Thema eines, das von rassistischen Verhältnissen zeugt, die wirklich skandalös sind…

Drei hochbegabte Afroamerikanerinnen sind Anfang der 60er Jahre bei der NASA sozusagen als Rechnerersatz (denn Computer gab es ja damals noch nicht) tätig und haben die Aufgabe, die hochkomlizierten Berechnungen der weißen männlichen Amerikaner zu überprüfen. Trotz hervorragender Fähigkeiten werden sie jedoch klein gehalten, dürfen nicht wissen, was sie da eigentlich nachrechnen, und selber denken ist streng verboten. Als Frau! Und dann noch als Schwarze! Karriere machen? Als Ingenieurin? Den neuen IBM-Computer kompetent mit Daten füttern und programmieren? Undenkbar!! Besser und scharfsinniger rechnen können als die weißen Männer um sie herum? Kann ja gar nicht sein!!!

Szenenbild aus „Hidden Figure“ mit  Octavia Spencer, Taraji P. Henson und Janelle Monáe

Doch zum Glück kommt es anders, und diese drei Frauen setzen den weißen Männern ein X vors U nach dem anderen… Katherine Johnson als Mathe-Genie (hinreißend gespielt von Taraji P. Henson), die geborene Ingenieurin Mary Jackson (Janelle Monáe) und Dorothy Vaughan (wunderbar verkörpert von Octavia Spencer), die sich laut Film (aber es wird schon so oder so ähnlich auch gewesen sein) nicht nur die Programmiersprache für den IBM Großrechner selbst aneignete, sondern ihr Wissen dann mit den anderen afroamerikanischen Frauen ihrer Abteilung teilte, dürfen ganz sicher nicht in Vergessenheit geraten. Um so schöner zu hören, dass es auf dem Gelände der NASA heute einen Raum gibt, der nach Katherine Johnson benannt wurde. Diesen Frauen – und wer weiß, wem noch alles – ist es jedenfalls zu verdanken, dass der erste bemannte Raumflug der NASA zum Erfolg wurde und der Astronaut heil wieder auf der Erde landete. Eine unglaubliche Leistung!

Es ist ein wichtiger Film, denn diese Geschichten von Rassismus müssen bekannt und noch bekannter werden, selbst wenn sie schon in der Vergangenheit liegen. Es ist schon genug Unrecht aus rassistischen und chauvinistischen Gründen geschehen, und diese Sache ist nun leider noch immer nicht gegessen, auch wenn sich seitdem viel getan hat.

 

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