Zwei Hörbücher und ein Film

Veröffentlicht: 28. Mai 2017 in Bücher, Filme, Kultur

In den Frühjahrsferien war ich ja unterwegs, erst in Holland, dann in Berlin. Autofahrten, so habe ich jetzt festgestellt, eignen sich ja sehr gut zum Hörbuch hören – und so weit ich nicht im Bett höre, sogar, wenn ich es mir mit einem Tee auf dem Sofa gemütlich mache…

„Sieben Jahre in Tibet“ Buch von Heinrich Harrer, als Hörbuch gehört (Erzähler: Martin Schwarz)

siebenjahreWie ja schon erwähnt, habe ich mich gerade ein wenig mit den Buddhistischen Lehren beschäftigt – und da fiel mir dieses Hörbuch in die Hände – das passte! Heinrich Harrer erzählt von seinen Abenteuern, die er während des zweiten Weltkriegs als flüchtiger Gefangener erlebte. Sein Ziel war ursprünglich, den Mount Everest zu besteigen, was jedoch durch den ausgebrochenen Krieg nichts wurde. Nun versuchte er, sich so lang wie möglich illegal in der Region um Tibet aufzuhalten. Als einem der wenigen Ausländer gelang es ihm, in Tibet Fuß zu fassen und sogar in Kontakt mit dem damals 9-jährigen Dalai Lama (dem IVX., der nunmehr 82 Lenze zählt) zu kommen. Als Europäer wurde er in gewisser Weise auch Lehrer des wissbegierigen Dalai Lama und konnte ihm die westliche Welt und Denkweise nahe bringen.

Zudem erzählt er von der Annektion durch die VR China, die mit der Ermordung vieler Tibeter einherging sowie mit der Flucht des Dalai Lama. Allein daher kommt Heinrich Harrers Buch eine große Bedeutung zu, weil es das Unrecht, das den Tibetern widerfahren ist, erneut in die Erinnerung ruft.

Das Buch bringt erstaunliche Abenteuer zur Sprache von einer komplett fremden Welt und auch einer fremden Zeit. Es war sehr unterhaltsam, und es schwingt ein gewisser Stolz von Heinrich Harrer mit, dass er Lehrer des Dalai Lama sein konnte. Zudem dokumentiert es die Annektion durch China, was ich ebenfalls sehr wichtig finde. Martin M. Schwarz hat eine klare, sachliche Stimme, der zu lauschen angenehm war.

 

„Shining“ – Roman von Steven King, als Hörbuch gehört mit der Stimme von Dietmar Wunder

shiningIch glaube, ich habe bislang nicht einen Roman von Steven King gelesen, ich kenne lediglich einige Verfilmungen seiner Romane, u.a. auch die dieses Romans, von Stanley Kubrick. Steven King war nicht glücklich über die Verfilmung, und nun verstehe ich auch, warum: Kubrick hat sich ein wenig viel zu viel künstlerische Freiheit herausgenommen und die Handlung doch sehr verändert.

Steven King lässt sich viel Zeit dabei, die einzelnen Charaktere der Protagonisten vorzustellen, allen voran der des Hauptprotagonisten Jack, der über eine labile Persönlichkeit verfügt und zudem ein dickes, fettes Alkoholproblem hat. Dass er im Suff seinem kleinen Sohn Dany einmal den Arm gebrochen hatte, als dieser dessen Manuskript gewässert und damit unbrauchbar gemacht hat, kann ihm seine Frau nicht recht verzeihen. Seitdem ist sie gegenüber Jacks jähzornigen Gewaltausbrüchen sehr wachsam, und ein grundsätzliches Misstrauen will nicht weichen, auch wenn Jack seit geraumer Zeit seinen Alkoholkonsum eingestellt hat. Wegen eines Vorfalls an einer Schule, weswegen er seinen Posten als Lehrer verlor, ist er nun arbeitslos, will jedoch die Zeit nutzen, um sein Theaterstück zuende zu schreiben. Da kommt ihm das Angebot, in einem Hotel weitab jeglicher Zivilisation den Winter über einzuhüten, entgegen, auch wenn die Familie dort über Monate von der Außenwelt abgeschnitten sein wird. Jedoch: Das Hotel ist böse! Dany, der fünfjährige Sohn ist hellsichtig und ahnt Schreckliches…

Es ist ein echter Steven King, ein Klassiker, und er ist sehr gruselig. Ein echter Schocker, packend und detailreich erzählt. Und wie Dietmar Wunder dieses Buch vorliest, ist ein großer Hörgenuss!

Sieben Jahre in Tibet“ – Film von Jean-Jacques Annaud (1997)

19395573Den Film wollte ich nun auch gern nochmal sehen, und auch beim zweiten Gucken hat er mir ganz gut gefallen, wiewohl er in wichtigen Punkten vom Buch abweicht. Vielleicht bringt er aber die Persönlichkeit Heinrich Harrers (toll gespielt von Brad Pitt) – im Film ist er ein unsteter und ungestümer Mann, der seiner Ehe und anstehender Vaterschaft entflieht und sich auch ansonsten nicht gerade durch Sozialkompetenz auszeichnet – auf den Punkt: Heinrich Harrer vollzieht in den sieben Jahren – auch durch den Kontakt zum damals schon überaus klugen Dalai Lama – eine Wende. Das fand ich sehr gut dargestellt. Auch bin ich froh, dass die persönliche Geschichte Harrers, die im Buch so nicht erzählt wird, in den Vordergrund rückt, während seine Abenteuer auf der Flucht in Richtung Tibet lediglich punktuell beleuchtet wurden. Das ist zwar alles aufregend, was Heinrich Harrer da erlebt hat, hätte jedoch in seiner Aneinanderreihung noch lange kein gutes Drehbuch abgegeben.

Die Annektion wird ebenfalls gezeigt, und hier auch, wer hier und warum die politischen Fäden gezogen hat. Ich habe das der Vorlage – Heinrich Harrers  Buch – nicht entnehmen können; ob es den wahren Begebenheiten entspricht, kann ich nicht sagen. Ein gelungener und auch ein wichtiger Film mit Bildern einer grandiosen Landschaft.

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