„Der wunderbare Garten der Bella Brown“ – Film von Simon Aboud

Veröffentlicht: 17. Juli 2017 in Filme, Kino, Kultur

Bella Brown (Jessica Brown Findlay), von der behauptet wird, dass ihr Leben bislang alles andere als normal verlief, bekommt vom Verwalters des Vermieters die Aufforderung, den Garten in Schuss zu bringen. Sie ist zwar im Hause äußerst penibel und zwanghaft auf Ordnung aus, aber die Natur mache ihr Angst. Ihr Leben verlief bislang scheinbar einsam. Sie arbeitet in einer Bibliothek, und in der Freizeit versucht sie, Schriftstellerin zu sein. Kontakte nach außen hat sie keine. Dies ändert sich erst, als – plötzlich – verschiedene Dinge gleichzeitig passieren: Sie kommt in Kontakt zu ihrem schrulligen Nachbarn (Tom Wilkinson) und dessen ebenso exzentrischen Koch (Andrew Scott), der kurz nach deren flüchtiger Bekanntschaft seine Arbeitsstelle ungefragt zu Bella hinüberwechselt. In der Bibliothek trifft sie auf einen eigenen und ebenfalls gestört scheinenden jungen Typ, der Erfinder sein soll. Im Verlauf gibt es also jede Menge Anknüpfungspunkte an exzentrische Begegnungen und seltsamen Dialogen, und inmitten all dessen verwandelt sich das Stück wilder Natur immer mehr in – ja, kommst Du nicht drauf? – in eine Augenweide.

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Guck mal, da geht es schon los: Es regnet in Strömen, aber die beiden Schauspieler (Jessica Brown Findlay, Tom Wilkinson) werden nicht nass! Bildquelle: Filmstarts.de

Na, toll. Trotz der hochkarätigen Besetzung ist der ganze Film am Ende nichts, da das Drehbuch nicht stimmig ist. Ich konnte keiner, aber auch gar keiner Figur irgend etwas von ihrer Eigenheit abnehmen; sei es Bellas zwanghafter Ordnungssinn, der aber gar nicht so zwanghaft scheint, wenn der Koch doch alles vollkrümelt und von ihr keine Reaktion erfolgt; sei es, dass der brummige Nachbar, der ihr immer zugesetzt hat, aus heiterem Himmel liebenswert und umgänglich wird, oder auch dass der Koch gaaanz plötzlich seine jahrelange Stellung von einem Moment auf den anderen hinschmeißt und von Stund an für ein mittelloses Mädchen kocht (und er macht ihr nicht einmal Avancen, wozu er aber eigentlich jede Menge Gründe hätte). Das Zauberhafte, das der Film eigentlich hätte haben sollen und vielleicht auch können, hat sich mir ebenfalls nur als Behauptung vermittelt. Die Eigenheiten der Figuren waren niedlich ausgedacht und hätten, wenn sie denn nicht nur so behauptet daher gekommen wären, eine riesige positive Schlagkraft entwickeln können – allein, ich konnte keiner Figur irgend etwas glauben. Schade, wirklich.

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Kommentare
  1. Morgen Luft sagt:

    Witzig. Ich habe so oft den Trailer gesehen und auch diesen aufgesetzten Eindruck gehabt – bin dann schließlich doch nicht ins Kino gegenagen, obwohl der im Trailer visuell wirklich sehr schön aussieht

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